Немецкий Экономика
06.07.2026 Читать источник
Экономика NRW: Индустрия теряет 3000 рабочих мест в месяц, а инфраструктура тормозит рост

Согласно новому отчету, промышленное производство в Северном Рейне-Вестфалии упало более чем на 20% по сравнению с докризисным уровнем, что привело к ежемесячной потере 3000 рабочих мест. Представители бизнеса требуют от правительства ускорить ремонт дорог и мостов, а также внедрить гибкие графики работы для поддержки экономики перед выборами.
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Licht und Schatten liegen in NRW dicht beieinander: Unterm Strich ist NRW das wirtschaftsstärkste Bundesland - gemessen am Bruttoinlandsprodukt. Auch leben die Menschen hier in relativem Wohlstand. In wichtigen Bereichen aber liegt NRW leicht unter dem Bundesdurchschnitt.
Zehn Monate vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen hat der Verband Unternehmer NRW ein Gutachten zu Lage und Perspektiven des Wirtschafts- und Industriestandorts NRW vorgelegt. Der Verband hatte das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) damit beauftragt, das Ergebnis stellte Verbandspräsident Arndt Kirchhoff am Montag in Düsseldorf vor.
3.000 Jobs weniger pro Monat
Kirchhoff stieg mit den schlechten Nachrichten ein: NRW befinde sich in einer "außerordentlich schwierigen Wirtschaftslage". Die Industrieproduktion in NRW sei gegenüber dem Niveau vor der Corona-Krise um mehr als ein Fünftel eingebrochen. Jeden Monat gingen der NRW-Industrie 3.000 Arbeitsplätze verloren - mit massiven Auswirkungen auf alle davon abhängigen Wirtschaftsbereiche.
Besorgt: NRW-Unternehmerpräsident Kirchhoff
Besonders kaputte Straßen, Brücken und Schienen würden die Wirtschaft in NRW ausbremsen, so sein Fazit. Hier müsse es schneller gehen, vor allem auch durch weniger bürokratische Genehmigungsvorgaben. In Deutschland würde eine Brücke genauso schnell gebaut wie in vielen anderen Ländern, ist Kirchhoff überzeugt, "aber bis es hier erstmal losgehen kann, das dauert".
Ebenso hohe Dringlichkeit habe der Ausbau der Erneuerbaren Energien - um Industrie wie Bevölkerung ausreichend mit bezahlbarer Energie zu versorgen. In NRW müsse vor allem die schon jetzt fortschrittliche Wasserstoffproduktion weiter ausgebaut werden.
Erfolge bei der Digitalisierung
Das Gutachten stellt aber auch "erhebliche Stärken und Potenziale" in NRW fest. Beim Bürokratieabbau insgesamt gebe es Fortschritte, auch in der Innovations- und Bildungspolitik oder der Wirtschafts- und Verkehrspolitik.
Positiv bewertet das Gutachten auch den Ausbau der Digitalisierung in der Verwaltung. Hier liegt NRW im bundesweiten Vergleich an der Spitze - wenn auch auf niedrigem Niveau. Vor allem in den Kommunen gibt es demnach schon viele Verwaltungsleistungen, die online verfügbar sind. Auch die 5-G-Mobilfunkabdeckung im Land liegt mittlerweile bei immerhin 93,1 Prozent, Glasfaseranschlüsse stehen allerdings erst 47 Prozent der Unternehmen zur Verfügung.
Beim Bau von dringend benötigten Rechenzentren, die meistens von privaten Investoren geplant werden, solle das Land allerdings unkomplizierter Flächen vergeben und Genehmigungsverfahren durchziehen, mahnt das Gutachten.
Überdurchschnittlich viele Unternehmensgründungen
Zudem scheint NRW ein Land zu sein, in dem Unternehmensgründer Chancen für sich sehen: Im Jahr 2024 wurden 33 Unternehmen pro 10.000 Einwohner gegründet, die "voraussichtlich größere wirtschaftliche Bedeutung" haben. Damit liegt NRW bundesweit auf Platz fünf, hinter Berlin, Hamburg, Hessen und Bremen.
Flexible Arbeits- und Öffnungszeiten
Dennoch müsse die Landesregierung "noch einmal einen Gang hochschalten", fordert Unternehmerpräsident Kirchhoff. Um die Produktivität weiter anzukurbeln, will er flexiblere Arbeitszeiten, die gut für Unternehmen seien und außerdem "so nah wie möglich am Menschen": Die einen wollten am Sonntag in die Kirche gehen, die anderem zum Bäcker oder einkaufen. Gläubige muslimische Arbeitnehmer wiederum würden möglicherweise am liebsten Freitags ihren Ruhetag haben. Man soll das Arbeitszeitenthema "nicht zu statisch nehmen", meint Kirchhoff. Er kenne keinen Geschäftsbetreiber, der nicht gerne am Sonntag öffnen würde, wenn viele Menschen in der Stadt sind, dafür dann Montag Ruhetag machen.
Flexiblere Ladenzeiten könnten wohl kaum das Bruttoinlandsprodukt erhöhen, räumte Hubertus Bardt ein, der beim IW die Studie geleitet hat. Dennoch könne man den Einzelhandel damit gegenüber der Konkurrenz im Onlinehandel stärken. In vielen Ländern könne man rund um die Uhr einkaufen. "Verfügbarkeit ist ein wichtiger Punkt."
Mentalität des Anpackens und Malochens
Er erwarte von den Parteien "motivierende und ehrgeizige Zielbilder, keine Versprechen von neuen Ansprüchen und Wohltaten", sagte Kirchhoff. NRW habe in der Vergangenheit eine Mentalität des Anpackens und Malochens ausgezeichnet, so Kirchhoff. Davon brauche das Land jetzt "mehr denn je".
Für die SPD in der Landtags-Opposition ist das Gutachten ein Dokument des Versagens. "NRW ist nach vier Jahren Schwarz-Grün wirtschaftliches Absteigerland", sagte der stellvertretenden Vorsitzende Alexander Vogt. Statt gegenzusteuern verweise die zuständige Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) "nur auf externe Schocks und Krisen". Währenddessen spreche Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) in einer Landtagsrede vom "Aufsteigerland NRW". "Weiter entfernt von der Realität der Beschäftigten und der Unternehmen im Land kann eine Landesregierung kaum sein", meint Vogt. "Statt Aufstieg sehen wir seit vier Jahren Rezession und Stagnation.“
Unsere Quellen:
- Gutachten des IW Köln: "Wirtschaftliche Lage und Perspektiven des Landes NRW"
- Gemeinsame Pressekonferenz Unternehmer NRW und IW am 06.07.2026
- Statement der SPD-Landtagsfraktion
Sendung: WDR5, Unternehmer in NRW: Politik muss mehr Gas für Wirtschaft geben, 06.07.2026, 12:00 Uhr
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