Немецкий Политика
01.09.2026 Читать источник
В 40-ю годовщину: восточногерманский полковник сбежал через границу в Западную Германию
31 августа 1986 года высший офицер ГДР перелез через забор у Тилиц и прибыл в ФРГ, где его встретили сотрудники Бундесгрэнцшутца. Бывшие сотрудники ведомства рассказывают, как они допрашивали беглеца, а затем передали его спецслужбам, после чего тот был вынужден вернуться в ГДР.
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„Wie im Spionagefilm“: DDR-Grenzoffizier flüchtet vor 40 Jahren bei Thielitz in den Westen
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Vor 40 Jahren flüchtete ein ranghoher DDR-Offizier über den Grenzzaun nach Thielitz. Daran erinnern sich die beiden ehemaligen BGS-Beamten Andreas Puschmann und Dieter Lewerenz noch lebhaft, denn sie hatten an jenem Tag in Uelzen und Bad Bodenteich Dienst. Im AZ-Gespräch erzählen sie, was damals geschah.
Thielitz – Seine spektakuläre Flucht erinnerte an einen Agententhriller. Am 31. August 1986, vor fast genau 40 Jahren, überstieg Dietmar Mann bei Thielitz den Metallgitterzaun der ehemaligen DDR-Grenze und setzte sich in die Bundesrepublik ab. Mit dem Oberstleutnant, Kommandeur des Grenzbataillons Salzwedel, flüchtete der bisher ranghöchste Offizier der DDR-Grenztruppen in den Westen. An dieses aufsehenerregende Ereignis haben Andreas Puschmann und Dieter Lewerenz noch lebhafte Erinnerungen. Sie arbeiteten damals beim Bundesgrenzschutz (BGS) in Uelzen beziehungsweise Bodenteich und waren mit dem Fall befasst. Im AZ-Gespräch erzählen sie, was damals geschah.
Plötzlich tauchte der „Grenzgänger“ auf
Puschmann war seinerzeit beim BGS für die Überwachung eines mehr als neun Kilometer langen Grenzabschnitts zuständig. „Ich hatte am 31. August, einem Sonntag, frei. Am späten Nachmittag wurde ich angerufen: Ich sollte sofort zu meiner Dienststelle am Uelzener Hainberg kommen“, erinnert sich der Ebstorfer. „Ich wusste nur, dass ein ,Grenzgänger‘ aus der DDR aufgetaucht war.“ So wurden seinerzeit Flüchtlinge aus der DDR bezeichnet. Bei Puschmann schrillten die Alarmglocken.
Noch vor ihm wurde Lewerenz über den Vorfall informiert. Er war stellvertretender Hundertschaftsführer am BGS-Standort Bodenteich und hatte an jenem Tag Rufbereitschaft. „Mir wurde am Telefon mitgeteilt: ,Komm sofort hierher‘“, sagt Lewerenz. Also machte er sich von seinem Wohnort in Lüder auf nach Bodenteich.
Überläufer klingelte an der Haustür
In der Wache der dortigen BGS-Kaserne hatte kurz zuvor der Thielitzer Landwirt Herbert Behn angerufen, der damals in unmittelbarer Nähe der Grenze wohnte. Er berichtete, dass ein Grenzflüchtling bei ihm geklingelt habe. Unverzüglich informierte Lewerenz seinen BGS-Abteilungsführer und das zuständige Grenzschutzkommando Nord in Hannover. Und so kam der Vorgang ins Rollen.
Szenenwechsel zurück zu Puschmann: In der BGS-Abteilung in Uelzen bekam er den Befehl, mit weiteren Kräften nach Thielitz zu fahren und Dietmar Mann abzuholen. Im Dienstfahrzeug wurde der Oberstleutnant an den Uelzener Hainberg gebracht. „Er trug eine Uniform, war aber nicht bewaffnet“, erzählt Puschmann, der damals 26 Jahre alt war. „Seit zehn Jahren war ich beim BGS, hatte aber noch nie an der Befragung eines ,Grenzgängers‘ teilgenommen. Deshalb war ich ziemlich aufgeregt. Ich habe überlegt: Was mache ich mit dem?“
Befragung bei Kaffee und Keksen
In dem Gespräch sei Mann ruhig und freundlich gewesen. „Wir waren zu dritt, haben ihm erst mal Kaffee und Kekse angeboten und versucht, eine vernünftige Atmosphäre aufzubauen. Jeder ist respektvoll mit ihm umgegangen“, sagt Puschmann. Mann habe bereitwillig Auskunft gegeben, auch über seine Flucht aus der DDR.
Nach AZ-Informationen soll der 38-Jährige seinem Kraftfahrer den Befehl gegeben haben, ihn an den Grenzabschnitt südlich von Thielitz zu bringen. Dort soll Mann den Kraftfahrer mit einer Pistole bedroht, entwaffnet und zurück zu seiner Dienststelle beordert haben. Anschließend überstieg der Oberstleutnant den Metallgitterzaun der DDR-Grenze und flüchtete in den Westen, wo er sich in Thielitz meldete.
Nachrichtendienst schickte Agenten
Kurz nach der Befragung am Hainberg überschlugen sich die Ereignisse: Am frühen Abend landete auf dem BGS-Gelände ein Transporthubschrauber, der bei der Fliegerstaffel des BGS in Gifhorn stationiert war. Mit diesem wurde Mann zum Grenzschutzkommando nach Hannover geflogen. Puschmann war mit an Bord.
Auch der Bundesnachrichtendienst war inzwischen eingeschaltet worden und hatte seine Agenten nach Hannover geschickt. „Da waren einige Leute im Trenchcoat dabei. Es war wie im Spionagefilm“, erzählt Puschmann und lacht. Eine Unterhaltung mit Mann während des Flugs sei wegen des Hubschrauberlärms nicht möglich gewesen. Puschmann gibt zu: „Äußerlich wirkte ich cool, aber innerlich war ich schon ziemlich angespannt.“
Alle Passagen mussten geschwärzt werden
Lewerenz selbst hatte an jenem Tag keinen Kontakt mit dem DDR-Oberstleutnant. Welche Brisanz der Vorfall hatte, wurde ihm aber schon früh klar. Den Vorfall an der Grenze hatte er schriftlich im Dienstbuch festgehalten. Gleich am nächsten Tag wurde Lewerenz zu seinem Abteilungsleiter in die Bodenteicher BGS-Kaserne gerufen. „Es hieß, alle Informationen sind unter Verschluss“, schildert er. „Auf Anweisung des Grenzschutzkommandos in Hannover mussten wir sämtliche Passagen mit einem Filzschreiber schwärzen.“
Bis heute ist unklar, weshalb Dietmar Mann damals geflüchtet ist. In der Bundesrepublik fasste er nie richtig Fuß. Möglicherweise auf Druck der Staatssicherheit kehrte er im April 1987 in die DDR zurück. Mit seinem Auto passierte er bei Salzwedel die Grenze.
Rückkehr 1987 in die DDR
Das Ministerium für Staatssicherheit ließ Mann aber nicht mehr aus den Augen. In einem Tabak-Kombinat in Schwedt an der Oder, weit weg von der innerdeutschen Grenze, bekam er eine neue Stelle. Dort wurde seine Wohnung abgehört. Vielleicht äußerte Mann wieder Fluchtgedanken, denn im August 1987 wurde er wegen angeblicher Spionage festgenommen und in Untersuchungshaft gesteckt. Im September 1988 wurde Mann freigelassen. Danach verlor sich seine Spur.
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