Немецкий Культура
08.09.2026 Читать источник
В Гreifswald пройдет фестиваль, объединяющий культуру Восточной и Западной Померании

С 10 по 13 сентября в Гreifswald состоится второй фестиваль ID:Pomerania, призванный укрепить культурные связи между Германией и Польшей. Мероприятие, поддерживаемое ЕС, включает концерты, театральные постановки и кинопоказы, где художники из обеих стран создают совместные проекты.
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Vier Tage Kultur sollen Greifswald und Goleniów näher zusammenbringen
Wie nah sind sich Vorpommern und Westpommern wirklich? Vier Tage lang wollen Künstler und Kulturschaffende aus Deutschland und Polen darauf in Greifswald ihre Antworten geben. Vom 10. bis 13. September lädt die STRAZE, Stralsunder Straße 10 in Greifswald, zum zweiten ID:Pomerania-Festival unter dem Motto „Zusammen tun – Połączmy siły – Get together“ ein.
Eine der treibenden Kräfte auf polnischer Seite ist Aleksandra Ślusarczyk vom Teatr Brama in Goleniów. Für sie geht es um weit mehr als ein Kulturfestival. Künstler und Teilnehmer sollen die Grenze überqueren, miteinander arbeiten und vor allem Beziehungen aufbauen.
Partner
EU fördert deutsch-polnische Kulturarbeit
Das Projekt „ID“ bringt Kulturschaffende aus Vorpommern und Westpommern zusammen. Partner sind die Gemeinde Goleniów, der Verein Teatr Brama, das Kultur- und Initiativenhaus STRAZE in Greifswald und die Universitäts- und Hansestadt Greifswald. Ziel ist es, durch Festivals, Theater, Workshops und Begegnungen eine gemeinsame pommersche Identität über die deutsch-polnische Grenze hinweg zu stärken.
Hinter ID:Pomerania steht die Idee, Vorpommern und Westpommern durch Kultur stärker miteinander zu verbinden. Künstler aus Deutschland arbeiten in Polen, polnische Künstler kommen nach Deutschland; gemeinsam entstehen Aufführungen, Ausstellungen, Festivals und weitere Projekte.
Das Projekt wird über Interreg unterstützt. Für die Grenzregion spielt dabei die Euroregion Pomerania mit Sitz in Löcknitz eine wichtige Rolle bei der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. ID:Pomerania soll nicht nur einzelne Veranstaltungen ermöglichen, sondern dauerhafte Kontakte und Netzwerke zwischen den Menschen auf beiden Seiten der Grenze schaffen.
„Wir sind so nah“, sagt Ślusarczyk über beide Seiten der Grenze. Trotzdem sei diese in den Köpfen noch spürbar. Manche Polen dächten beim Nachbarland zunächst an Berlin – und nicht an Mecklenburg-Vorpommern unmittelbar vor der Haustür. Umso wichtiger sei es, Menschen zusammenzubringen. Sie fragt: Was ist Pommern? Eine historische Landschaft? Eine Erinnerung an Grenzen, Vertreibung und Neuanfang? Oder kann Pommern heute etwas ganz anderes sein – eine gemeinsame Region von Menschen, die auf beiden Seiten der deutsch-polnischen Grenze leben?
Auftakt mit Teatr Brama
Wie konkret die Zusammenarbeit bereits ist, zeigt der Festivalauftakt am Donnerstag, 10. September. Um 17 Uhr wird in der STRAZE die multimediale Ausstellung „Ein Sommernachtstraum“ eröffnet. Das Teatr Brama hatte zu seinem 30-jährigen Bestehen Shakespeares Stück gemeinsam mit Schauspiel- und Musikbegeisterten aus Goleniów auf die Bühne gebracht und dabei auch Freunde aus Greifswald einbezogen. Fotos, Requisiten, Ton und Videos dokumentieren das gemeinsame Projekt. Die Ausstellung ist am Donnerstag von 17 bis 21 Uhr, von Freitag bis Sonntag jeweils von 14 bis 22 Uhr geöffnet.
Um 19 Uhr beginnt im STRAZEsaal die Tanzperformance „Where the Boys Are“ von Yotam Peled mit Nicolas Knipping und Andrius Nekrasoff. Einlass ist ab 18.30 Uhr, der Eintritt ist frei.
Am Freitag, 11. September, verbindet sich das Festival mit der Greifswalder Kulturnacht. Ab 17 Uhr treten Schüler der Musikschule Greifswald im STRAZEsaal auf. Zu hören sind unter anderem Kammerorchester, Gitarrenensemble und Horntrio. Um 20 Uhr laden Mitglieder des Greifswalder Zirkus ZweiPommernhoch zu Akrobatik, Jonglage und Mitmachangeboten rund um den „Sommernachtstraum“ ein. Der Zirkus hatte bereits im Frühjahr an der Aufführung des Teatr Brama in Goleniów mitgewirkt.
Theater, Konzert und Kino
Am Samstag, 12. September, beginnt um 19 Uhr „Ghost Dance“, eine Performance aus Musik und Theater. Um 21 Uhr folgt das Konzert der achtköpfigen Formation OSET, die Jazz-Elemente mit raueren Rockklängen verbindet.
Am Sonntag, 13. September, läuft um 15 Uhr und nochmals um 20 Uhr im STRAZEkino der neue Dokumentarfilm „Hiddensee“ von Annekatrin Hendel. Einlass ist jeweils eine halbe Stunde zuvor. Um 18 Uhr steht mit „HUiiiii“ noch einmal ausdrücklich die deutsch-polnische Zusammenarbeit im Mittelpunkt: Gezeigt werden Auszüge einer theatralen Forschungsreise, dazu gibt es einen filmischen Rückblick und ein Gespräch über Identität und ID:Pomerania.
„Nicht in der Vergangenheit stecken bleiben“
Hinter dem Festival steht die größere Frage, was eine gemeinsame pommersche Identität heute bedeuten kann. Wer darüber spreche, lande schnell bei Geschichte, Krieg, Grenzverschiebungen und Tradition, sagt Ślusarczyk.
Das gehöre dazu. Aber: „Wir wollen nicht in der Vergangenheit stecken bleiben.“ Identität entstehe auch heute – wenn sich junge Menschen aus Goleniów und Greifswald treffen, Künstler zusammenarbeiten oder Musiker gemeinsam spielen. Was heute geschaffen werde, könne Teil der gemeinsamen Identität von morgen sein.
Ślusarczyk ist überzeugt, dass die entstandenen Verbindungen auch nach dem Ende der EU-Förderung weiterbestehen. Neue gemeinsame Projekte werden bereits geplant. Das Vertrauen zwischen den Partnern in Goleniów und Greifswald sei außergewöhnlich schnell gewachsen.
Ihr langfristiges Ziel klingt dabei erstaunlich alltäglich: Sie möchte irgendwann durch Vor- und Westpommern fahren und überall Menschen kennen – hier einen Künstler, dort Freunde und anderswo jemanden, bei dem man einfach auf einen Kaffee vorbeischauen kann.
Vielleicht wäre gerade das der größte Erfolg des Projekts: wenn bei einer Begegnung in Greifswald oder Goleniów irgendwann nicht mehr zuerst darüber gesprochen werden muss, dass Deutsche und Polen zusammenkommen. Sondern einfach Nachbarn.
Service: Das zweite ID:Pomerania-Festival findet vom 10. bis 13. September 2026 in der STRAZE, Stralsunder Straße 10, 17489 Greifswald, statt. Die genannten Veranstaltungen sind kostenfrei. Das aktuelle Programm und weitere Informationen gibt es im Greifswalder Kulturkalender unter kulturkalender.greifswald.de sowie bei der STRAZE unter straze.de.
Transparenzhinweis: Die Recherche zu diesem Beitrag wurde durch ein Stipendium der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit ermöglicht und finanziell unterstützt. Die redaktionelle Verantwortung liegt beim Autor.
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