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05.09.2026 Читать источник
Немецкая фотожурналистка стала первым человеком, спустившимся на 600 метров в кратер вулкана Вануату
Улла Лохманн и её муж преодолели опасные кислотные условия, чтобы совершить уникальное погружение в активный вулкан. Экспедиция, которая ранее была сорвана из-за разрушения снаряжения, завершилась успешным завершением маршрута.
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600 Meter tief in einem Vulkan: Expeditionsfotografin geht aufs Ganze
Von: Clara Wildenrath Uns auf Google folgen
Die Fotografin aus Schäftlarn seilt sich in einen Lavasee in Vanuatu ab. Als es zu regnen beginnt, verwandelt sich das Vulkangas in Säure – und frisst die Kletterseile an.
Münsing – Ein gigantischer Lavasee im Inneren eines Vulkans. Es brodelt, es dampft, glühende Fontänen schießen nach oben. In Spezialanzügen gegen die Hitze seilen sich Ulla Lohmann und ihr Mann im Krater ab, kommen der rund 1000 Grad heißen Gesteinsmasse Meter um Meter näher. Dann beginnt es zu regnen. Die Feuchtigkeit verwandelt das Vulkangas in Säure, die die Seile angreift. Lohmanns Mann drängt zur Umkehr. Auf halbem Weg brechen sie die Expedition ab. Ein Jahr später: ein neuer Versuch, diesmal geht alles nach Plan. Die beiden sind die ersten Menschen, die im südpazifischen Inselstaat Vanuatu rund 600 Meter ins Innere eines Vulkans vordringen.
Fotografin 600 Meter tief im Vulkan: „Wir wären fast unten geblieben“
„2014 wären wir fast unten geblieben“, sagt Lohmann. Die Kletterseile seien durch die Säure schon porös geworden – lange hätten sie nicht mehr gehalten. Die 49-jährige Fotografin und Vulkanexpertin bekennt: „Geduld zu haben, ist für mich die größte Herausforderung.“ Heute sitzt sie entspannt vor einem Latte Macchiato im Schwaiblbar-Kiosk am Starnberger See. Nebenan spielt ihr achtjähriger Sohn im Sandkasten. Eigentlich wollte sie mit ihrer Familie schon auf dem Weg zum Gardasee sein. Für das Gespräch mit der Heimatzeitung hat sie den Urlaubsstart um einen Tag verschoben.
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Vulkane faszinieren die zierliche Person, seitdem sie als Achtjährige mit ihrem Papa Pompeji besuchte. Als sie 15 war, nahm sich der Vater das Leben. „Drei Tage vorher hatten wir gestritten und seitdem kein Wort miteinander geredet.“ Dass nicht sie, sondern seine seit vielen Jahren bestehende Depression schuld an seinem Suizid war, begriff sie erst viel später. Ihre Reaktion auf das Trauma: Sie floh, trampte während der Schulzeit quer durch Europa. Und fragte die Fremden, die sie im Auto mitnahmen: „Wofür lebst du? Was macht dich glücklich?“ Drei Jahre lang habe sie nur so viel Zeit zu Hause verbracht, wie nötig war, um das Abitur zu schaffen, sagt sie. Ihren eigenen Weg zu gehen, half ihr, den Weg des Vaters zu akzeptieren – und Gründe zum Weiterleben zu finden.
Heiratsantrag am Krater, Sohn nach Vulkan benannt
Für sie sind das: Vulkane, Natur, die Urkraft der Erde. „Das ist alles so riesengroß. Man fühlt sich winzig klein und spürt, was für ein Geschenk das Leben ist“, erklärt sie und ihre Augen leuchten dabei. Während des Gesprächs checkt Lohmann am Handy die aktuelle Aktivität des Ätnas auf Sizilien, der gerade Lava spuckt. Ihren Heiratsantrag bekam sie am Krater des Benbow in Vanuatu, ihr Sohn ist nach einem indonesischen Vulkan benannt.
Ihre zweite Leidenschaft sei, durch Vorträge und geführte Reisen anderen Menschen „einen Tritt in den Hintern“ zu geben – damit sie selbst herausfinden, welches Feuer in ihnen brennt. „Das Glühen der Lava in ihren Augen zu sehen, das macht mich glücklich“, schwärmt sie. Sie habe in ihrem Leben noch nie gearbeitet – sie tue nur, was ihr Spaß macht. Zimperlich ist sie nicht: Auf ihren Reisen verdingte sie sich als Bootsschweißerin, Seglerin oder Köchin, ohne irgendetwas davon gelernt zu haben. Männer, die ihr „an die Wäsche wollten“, hielt sie sich mit ihrem Messer oder einem Elektroschocker vom Leib. Angst habe sie nur vor Dingen, die sie nicht kontrollieren könne. „Wenn ich nachts in München alleine unterwegs bin, dann fürchte ich mich.“ Da müsse sie jemand vom Bahnhof abholen, sagt die Frau, die jahrelang allein auf Weltreise war.
„Mehr Zeit mit indigenen Völkern als mit Leuten in der Stadt“
„Ich habe mehr Zeit mit indigenen Völkern im Regenwald verbracht als mit Leuten in der Stadt“, erklärt sie. In einem Stammeshäuptling in Papua-Neuguinea fand sie eine Art Vaterersatz. Spätestens, seitdem sie selbst Mutter ist, versucht sie, wenigstens zwei oder drei Monate im Jahr zu Hause in Schäftlarn zu sein. In dieser Zeit wolle sie den Menschen etwas zurückgeben, sagt sie, indem sie sich etwa bei der Wasserwacht am Schwaiblbach oder ehrenamtlichen Fotoprojekten engagiert. In den Ferien ist ihr Sohn immer auf ihren Expeditionen dabei – mit seinen acht Jahren sei er schon in mehr als 50 Ländern gewesen, sagt sie und lächelt zu ihm hinüber.
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„Ich bin immer auf der Jagd nach dem nächsten Vulkanausbruch, dem nächsten Geheimnis unserer Erde, dem nächsten, noch besseren Foto.“ Doch Perfektion ist unerreichbar, weiß sie. „Das gibt mir die Gelassenheit, zufrieden zu sein. Vorausgesetzt, ich habe getan, was ich konnte.“ Sie sei kein Adrenalin-Junkie, betont sie, was sie antreibe, sei Neugier und die Lust am Entdecken. Wenn sie einen Traum hat, arbeitet sie schon daran, ihn zu erfüllen. Ihr nächster: ein Vulkan im ewigen Eis der Antarktis.
Kleine Herausforderungen sucht sie sich aber auch zu Hause im Oberland jeden Tag. Gestern beim Klettern an der Zugspitze – trotz eines gebrochenen Zehs. Heute: beim Schwimmen im 21 Grad warmen See. Auf dem Weg zum Ufer erklärt sie: „Ich liebe Vulkane. Für mich ist das Wasser kalt.“ Sie lacht über sich selbst, stapft ohne Zögern hinein, winkt und schwimmt mit ihrem Sohn davon.
Ulla Lohmann (49) zählt zu den bekanntesten deutschsprachigen Naturfotografen. Ihr Spezialgebiet sind Vulkane und indigene Völker. Sie wirkte als Kamerafrau, Regisseurin und Protagonistin bei zahlreichen Dokumentarfilmen mit – etwa bei Terra X mit Dirk Steffens sowie GEO, BBC, ARTE und Servus TV. Über ihre Expeditionen veröffentlichte sie mehrere Bücher. Lohmann ist in der Pfalz aufgewachsen, gewann 1996 mit der Rekonstruktion eines Ur-Lurches den Bundeswettbewerb „Jugend forscht“ und studierte in Australien Umweltmanagement. Sie bereiste über 150 Länder und lebte längere Zeit unter anderem in Papua-Neuguinea und Südtirol. Seit über 15 Jahren wohnt sie mit ihrer Familie in Schäftlarn.
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Никакого подводного землетрясения не было: в воду съехал оползень, миллионы тонн льда и породы. Волна смыла вековой лес, перебросила рыбацкую лодку над кронами деревьев, экипаж выжил. Интересно, что произошло это не в океане, а в бухте длиной 15 километров. И все равно это называется цунами.