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01.09.2026 Читать источник
Ученые в Соесте разрабатывают методику подбора оптимальных одеял для лошадей
Исследователи ФГХ Южной Вестфалии изучают индивидуальные потребности лошадей в терморегуляции, чтобы создать научный стандарт использования одеял в любое время года. Команда под руководством профессора Марка Боельхауэ использует тепловизоры и физиологические измерения, чтобы доказать, что комфортная температура для животных значительно ниже человеческой.
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Mit Wärmebildkamera: Soester Wissenschaftler auf der Suche nach der optimalen Pferdedecke
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Die Fachhochschule Südwestfalen in Soest erforscht, wann Pferde eine Decke brauchen. Viele Halter übertragen ihr eigenes Temperaturempfinden auf die Tiere – dabei fühlen sich Pferde bei deutlich kühleren Temperaturen wohl als Menschen.
Soest – Eine dicke Decke an heißen Sommertagen? Für viele Menschen dürfte der Gedanke in diesem Sommer mehr als abwegig geklungen haben, für Pferde jedoch kann eine Decke auch bei hohen Temperaturen sinnvoll sein. Wissenschaftliche Untersuchungen dazu sind bislang rar. Genau da setze ein Forschungsprojekt am Fachbereich Agrarwirtschaft der Fachhochschule (FH) Südwestfalen in Soest an, berichtet die FH.
Unter der Leitung von Prof. Dr. Marc Boelhauve untersucht das Forschungsteam, welche Parameter zur Entscheidungsfindung für ein tiergerechtes und individuelles „Deckenmanagement“ bei Pferden notwendig sind. Pferde verfügen über verschiedene sogenannte Thermoregulationsmechanismen, indem sie etwa das Fell aufstellen, um sich zu wärmen, oder sie schwitzen, um sich zu kühlen. „Pferde wurden über Jahrhunderte domestiziert und für verschiedene Disziplinen gezüchtet. Dadurch sind sie mit den ursprünglichen Steppentieren nicht mehr ohne Weiteres vergleichbar“, erklärt Merle Ochsenfarth, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt.
Forschung an der FH Südwestfalen in Soest: Die perfekte Pferdedecke wird gesucht
Viele Sportpferde werden geschoren, um ihnen das Schwitzen mit einem dicken Winterfell zu ersparen. Doch ein geschorenes, verschwitztes Pferd benötigt anschließend eine Decke, um nicht zu frieren. Weitere individuelle Bedürfnisse machen das Thema zusätzlich komplex. Je nach Rasse und Herkunft gibt es Unterschiede hinsichtlich der Temperatursensitivität. Entscheidend ist auch die Haltungsform, ob das Tier in der Box steht, im Offenstall oder bei Wind und Wetter auf einer Weide mit Unterstand.
Auch im Sommer ist Deckenmanagement relevant: Bei extremer Hitze und starkem Fliegenaufkommen schützen Fliegendecken vor Insektenstichen. Allerdings können diese Decken bei hohen Temperaturen zu einer Wärmebelastung werden. Ein zentrales Problem in der Praxis ist laut Ochsenfarth, dass viele Pferdehalter ihr eigenes Temperaturempfinden auf die Tiere übertragen. „Uns Menschen ist es bei 20 Grad angenehm. Die Wohlfühltemperatur der Pferde aber liegt zwischen 5 und 15 Grad Celsius.“
Auch für Tierärzte und Hersteller interessant
Das Angebot an Pferdedecken sei unüberschaubar. Bislang gebe es noch nicht die optimale Lösung, betont Ochsenfarth: „Die Pferde haben ganz individuelle Bedürfnisse. Wir möchten Parameter entwickeln und daraus einen Leitfaden für ein individuelles Deckenmanagement erarbeiten.“
Erste Forschungsarbeiten wurden bereits unternommen: Zunächst wurden Pferdehalter befragt.
Parallel dazu erfolgt eine aufwendige Statuserhebung direkt am Tier: Das Team misst Körpertemperatur und Atemfrequenz, bewertet den Zustand von Fell und Schleimhäuten und dokumentiert, ob das Pferd schwitzt. Mit einer Wärmebildkamera wird untersucht, wie gut die Decken tatsächlich isolieren. Die fortlaufende Erhebung von Daten wie Lufttemperatur und -feuchtigkeit im Stall bildet den meteorologischen Kontext.
Erste Messungen im Winterhalbjahr hätten gezeigt, dass der gewählte Ansatz funktioniert. „Nun sollen die Erhebungen auf weitere Jahreszeiten ausgeweitet werden, um auch Temperaturübergänge und die Sommersituation abbilden zu können. Die Ergebnisse sollen auch für die Veterinärmedizin sowie für Hersteller von Decken von Interesse sein“, sagt Prof. Dr. Boelhauve.
Auf dem Campus der FH Südwestfalen entsteht ein modernes Forschungsgewächshaus. Dort sollen Pflanzen künftig unter verschiedenen Klimaszenarien wachsen.
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