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09.09.2026 Читать источник
В Мюнхенском народном театре закрыли ресторан Schmock и откроют итальянскую Trattoria Seppione
Ресторан Schmock, работавший в театре более четверти века, прекратил деятельность из-за экономических трудностей и геополитической обстановки. На его месте с 24 сентября 2026 года откроется новая кухня Trattoria Seppione, предлагающая пасту, пиццу и баварские блюда.
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Das Schmock am Münchner Volkstheater gibt es nicht mehr: „Wir sagen leise Schalömchen“
Von: Michael Schleicher Uns auf Google folgen
Das Schmock im Volkstheater München ist Geschichte – das Restaurant hat geschlossen. Zum Start der neuen Spielzeit 2026/2027 eröffnet die Trattoria Seppione.
Es ist das Drama vor dem Drama. Münchens Volkstheater startet am 24. September 2026 in die neue Spielzeit – Julia Prechsl adaptiert die „Geierwally“ nach Wilhelmine von Hillerns Roman. Die Produktion eröffnet nicht nur die Saison 2026/27 der städtischen Bühne; die Premierengäste müssen sich dann auch auf eine kulinarische Neuerung im Haus einstellen: Das Schmock, das Restaurant im Nebengebäude, das immer viel mehr war als eine reine Theatergastronomie, gibt es nicht mehr. Damit endet ein wunderbares Kapitel Münchner Gastronomiegeschichte, das mehr als ein Vierteljahrhundert währte. Statt israelischer Küche gibt’s im Volkstheater künftig Pizza.
Mit dem Schmock endet ein erfolgreiches Kapitel Münchner Gastro-Geschichte
Der Reihe nach. Wer in diesen Tagen abends auf ein Glas israelischen Wein oder mit Heißhunger auf Gerichte der Levante-Küche am Haus an der Tumblingerstraße 29 vorbeischaut, steht vor verschlossenen Türen. Der Schriftzug „Welcome to Schmock Minchen“ ist von der markanten roten Backsteinfassade entfernt. Drinnen ist alles dunkel, draußen sitzen Bühnentechniker des Volkstheaters, die sich ihre Flammkuchen von nebenan geholt haben. „Das Schmock ist zu?“ – „Ja, leider.“ Damit ist eigentlich alles gesagt. Auf der Homepage des Restaurants ist unter der Überschrift „Goodbye“ zu lesen: „Liebe Gäste, wir sagen leise Schalömchen.“
Das Schmock startete im Jahr 1999 an der Münchner Augustenstraße
Im Dezember 1999 hat Florian Gleibs das Schmock an der Augustenstraße eröffnet. Nur ein paar Minuten entfernt war an der Brienner Straße das Volkstheater in seiner alten Heimat. Intendant Christian Stückl leitet das Haus seit 2002. Im Jahr 2016 übernahm Gleibs die Theatergastronomie, die bislang „Volksgarten“ und „Volksküche“ geheißen hatte. Der Gastronom änderte das Angebot und bot in seinem „Meschugge“ („der brave Bruder des Schmock“, schrieb unsere Gastrokritikerin damals) fortan nicht nur für Theaterbesucher israelisch-arabische Küche. Es gab auch einen Mittagstisch für die Menschen in den Büros rund um den Stiglmaierplatz und eine Karte für alle, die auf Kulinarisches aus dem östlichen Mittelmeerraum stehen. Obendrein war der Laden Kantine für die Theaterleute. Beim Umzug des Volkstheaters in den Neubau 2021 gingen Gleibs und sein Team mit – und etablierten das Schmock am neuen Ort und auf einer größeren Fläche.
Wer in der Gastroszene nach den Gründen für das Ende fragt, hört die bekannten: Die Menschen gehen nicht mehr so häufig aus und halten ihr Geld zusammen. Zudem sei die Gegend um den Schlachthof (noch) nicht etabliert auf dem Stadtplan für Feinschmecker und Freunde einer eher gehobenen Gastronomie. Mitunter wird jedoch auch auf den Krieg im Nahen Osten nach dem Überfall der Terrorgruppe Hamas auf Zivilisten in Israel am 7. Oktober 2023 verwiesen: Sorge um die eigene Sicherheit beim Besuch eines jüdischen Restaurants oder gar Protest gegen die Politik der israelischen Regierung von Benjamin Netanjahu hätten zum Ausbleiben mancher Gäste geführt.
Die wirtschaftliche Entwicklung hat für die Verantwortlichen eine konzeptionelle Neuausrichtung nötig gemacht: Vorhang auf für Seppione, die „Trattoria bavarese“, wie sich das Restaurant im Untertitel nennt. Gleibs möchte sich auf Anfrage unserer Zeitung zum Neustart seines Betriebs nicht äußern. Auf der Homepage heißt es: „Im Seppione dürfen Pizza und Knödel Händchen halten, ganz ohne großes Familiendrama. Bei uns treffen sich italienische Leichtigkeit und bayerische Gemütlichkeit auf einem Teller und verstehen sich prächtig. Also, senza troppe parole – ohne viel Gerede: Kommts auf an Spritz oder a kühles Bier vorbei.“ Die Karte offeriert unter anderem Antipasti, Pasta und Pizza sowie „Cucina bavarese“, also etwa „Passero con Formaggio“, auch bekannt als Kasspatzn. Eröffnung ist am 24. September mit dem Spielzeitstart.
Übrigens: Intendant Stückl wird am Donnerstagvormittag (10. September 2026) seine Pläne für die neue Saison am Volkstheater vorstellen. Am Tag nach der „Geierwally“-Premiere kommt auf der Bühne 2 die Uraufführung „Philophobia“ heraus – und am 30. Oktober Ibsens „Volksfeind“ in der Regie von Sapir Heller. Ein kleiner Trost für alle, denen das Schmock fehlen wird: In seinem Buch „Shalom Kitchen“ versammelt Florian Gleibs Levante-Rezepte und Geschichten aus Israel. Beides ein Genuss.
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