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06.07.2026 Читать источник
Экс-депутат Розенхайма отпраздновал 90-летие: от политики и театра до клуба любителей кулинарии
90-летний экс-член городского совета Розенхайма Горст Хальсер в интервью рассказал о своей насыщенной жизни, включавшей политическую карьеру, театральные постановки и участие в элитном клубе гурманов. Политик, который мог стать владельцем замка, теперь посвящает время семье и культурным мероприятиям в родном городе.
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Koch-Club, Politik und eine Burgruine: Das bewegte Leben von Rosenheims Ex-Stadtrat Halser (90)
Uns auf Google folgenEr stand auf der Bühne der Staatsoper, kochte im exklusiven Meister-Club und prägte jahrelang die Rosenheimer Politik. Zum 90. Geburtstag spricht Ex-Stadtrat Halser über ein Familiendrama, ein geplatztes Burg-Geschäft und das Geheimnis seiner großen Liebe.
Rosenheim – Horst Halser war lange Zeit einer der ältesten noch aktiven Politiker in Bayern. Jetzt feiert der 18-fache Großvater seinen 90. Geburtstag. Doch wer ist der Mann, der erst für die FDP, später für die ÖDP kämpfte und das kulturelle Leben der Stadt prägte? Im großen Geburtstags-Interview gibt er einen Einblick in sein bewegtes Leben.
Wie fühlt man sich mit 90 Jahren?
Horst Halser: Ich bin zufrieden. Mein Knie macht mir etwas zu schaffen. Aber ansonsten kann ich mich nicht beschweren.
Ihre Karriere im Stadtrat haben Sie an den Nagel gehängt, aber ich habe gehört, Sie hätten Burgherr werden können.
Halser: Ja, das stimmt (lacht). Vor etwas zehn Jahren bekam ich einen Anruf von der Bayerischen Staatsregierung, die die Burg Hals an mich verkaufen wollte. Die Burg befindet sich im Passauer Stadtteil Hals, dem Wohnort meiner Familie und unserem Namensgeber. Kurzzeitig fand ich die Idee ganz nett. Schließlich hätte sich die Burg auch als Theaterkulisse angeboten. Ich habe ein wenig recherchiert. Relativ schnell wurde klar, dass man an der Ruine kaum etwas verändern darf, dafür aber für die Pflege aufkommen muss. Das wären im Jahr 35.000 Euro gewesen. Ich habe deshalb auf den Kauf verzichtet.
Damit ist die Burgherr-Karriere also vom Tisch. Wussten Sie schon immer, was Sie beruflich machen wollen?
Halser: Ich wollte von Anfang an studieren, am liebsten Kunst und Schauspiel. Das kam bei meiner Familie allerdings nicht so gut an. Mein Onkel hat dann angeboten, mein Studium zu bezahlen, allerdings nur dann, wenn ich Landwirtschaft studiere. Das wollte ich natürlich überhaupt nicht (lacht). Über Umwege bin ich dann in einer Dreherei gelandet. Das war auch nicht mein Traumjob, aber ich war gut darin und bin schnell zum Hilfsmeister aufgestiegen.
Und dann?
Halser: Über Kontakte kam ich zu einem Nebenjob bei der Bayerischen Staatsoper, der mich sehr begeistert hat. Das war der erste Beruf, für den ich richtig gebrannt habe. Ich war sieben Jahre lang dort, habe geholfen, wo auch immer ich gebraucht wurde. Bei dem Stück, das anlässlich der Eröffnung der Staatsoper aufgeführt wurde, stand ich sogar auf der Bühne.
Hört sich nach einer sehr guten Zeit an.
Halser: Beruflich ja, privat war es schwierig. Genau zu dieser Zeit wurde ich zum ersten Mal Vater. Mein Sohn Alexander ist mit dem Downsyndrom auf die Welt gekommen. Der Pfarrer hat sich damals sogar geweigert, Alexander zu taufen. Es war eine schlimme Zeit, von der sich meine damalige Frau nie erholt hat. Vor zwei Jahren ist Alexander gestorben.
Bevor Sie sich in die Politik gestürzt haben, waren Sie lange in der Versicherungsbranche tätig.
Halser: Auch da bin ich mehr oder weniger durch Zufall reingerutscht. Ich habe eine Ausbildung gemacht, anschließend Ärzte und Kliniken beraten. Später habe ich mich selbstständig gemacht. Über meine Klienten habe ich auch das Golfspielen für mich entdeckt. Ich bin das 25. Mitglied des Golfclubs Höslwang. Über den Golfclub bin ich übrigens beim Club der „Kochenden Männer“ gelandet.
Was ist denn der Club der „Kochenden Männer“?
Halser: Das ist eine internationale Vereinigung von Hobbyköchen, die sich der gehobenen Kochkunst, dem Genuss und guten Tischmanieren widmet. Gekocht wird im Team. Zwei Kochbrüder bereiten das Menü für den Rest der Gruppe vor. Ich war in Schwabing dabei. Einmal im Monat haben wir uns in einer Altbauwohnung getroffen und gekocht. Ich habe auch die Meisterprüfung bestanden.
Wann sind Sie so richtig in die Politik eingestiegen?
Halser: 1969 bin ich der FDP beigetreten. Von 1984 bis 1992 saß ich sowohl im Kreistag als auch im Höslwanger Gemeinderat. In dieser Zeit habe ich eben meine Frau Johanna Schildbach kennengelernt. Nach meiner Zeit im Gemeinderat, bin ich nach Rosenheim gezogen. Dort wurde ich Vorsitzender des Rosenheimer Seniorenbeirats. 2014 bin ich in den Stadtrat gewählt worden und habe nach zwölf Jahren nicht mehr kandidiert. In dieser Zeit war ich der älteste Kommunalpolitiker Bayerns. Insgesamt war ich 40 Jahre aktiver, gewählter Kommunalpolitiker.
Apropos Entscheidung: Woher wussten Sie eigentlich, dass Ihre Frau die richtige ist?
Halser: Ich wusste es einfach. Da gab es für mich überhaupt keinen Zweifel. Wir sind eine absolute Einheit.
Erzählen Sie kurz von Ihrer Schauspiel-Karriere.
Halser: Mit 50 Jahren habe ich endlich meine Passion für das Theater verwirklicht und das „Backstage Theater“ gegründet. Ich habe mehr als 18 Stücke inszeniert, darunter solche von Shakespeare und Lessing. Zudem habe ich beim Fernsehen gearbeitet und bin unter anderem im Stück „Austreten“ zu sehen. Mit 83 Jahren habe ich das letzte Mal in einem Film mitgespielt. Aber das Theater ist nach wie vor mein Leben.
Ein bisschen ruhiger ist es mittlerweile in Ihrem Leben geworden. Fällt Ihnen jetzt die Decke auf den Kopf?
Halser: Nein. Wir haben eine sehr große Familie und nehmen weiterhin an zahlreichen Veranstaltungen teil, die in Rosenheim stattfinden. Vor allem im kulturellen Bereich.
Ein runder Geburtstag ist immer ein guter Anlass, auf sein Leben zu blicken, finden Sie nicht?
Halser: Auf jeden Fall. Ich habe ein schönes Leben. Ich habe meine Träume verwirklicht. Habe eine tolle Familie.
Gibt es noch etwas, dass Sie unbedingt machen möchten?
Halser: Viel Zeit mit meiner Familie verbringen.
Ihren 90. Geburtstag feiern Sie im großen Kreis. Was darf bei einer guten Party auf keinen Fall fehlen?
Halser: Gute Musik, gute Laune und ein reger Austausch mit meinen Gästen und langjährigen Weggefährten.
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