Немецкий Спорт
06.07.2026 Читать источник
Футболист Макс Детман вернулся домой после перелома шеи в бассейне на Мальорке

19-летний футболист Макс Детман, получивший перелом двух позвонков при нырянии в бассейне на Мальорке, выписан из больницы и вернулся в свой дом в Германии. Молодой человек, который носит стабилизирующий каркас на голове, использует свою популярность в соцсетях, чтобы предупредить других о рисках подобных действий.
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Mallorca: Fußballer nach Genickbruch im Pool wieder zu Hause
„Vor zwei Minuten war ich noch ganz normal am Strand, zwei Minuten später hatte ich mir das Genick gebrochen.“ Wenn Max Dettmann an den 16. Juni zurückdenkt, braucht es nur diesen einen Satz. Ruhig spricht der 19-Jährige über den Tag, an dem sich sein Leben innerhalb weniger Sekunden veränderte.
Es ist ein heißer Sommertag auf dem Reiterhof seiner Familie in Ahrensbök im Kreis Ostholstein. Im Wintergarten sitzt Dettmann auf einem roten Sofa. Die Haare sind noch leicht nass, mit schwarzen Spangen aus der Stirn geklemmt. Was viel mehr ins Auge sticht, sind aber die vier Schrauben in seinem Kopf, die ein martialisch aussehendes Metallgestell halten, das seinen Kopf stabilisiert. Ein dickes Fell darunter soll den Druck auf Schultern und Brust abfedern. Ein Anblick, der erahnen lässt, wie schwer die Verletzung tatsächlich ist. Der 19-Jährige selbst wirkt erstaunlich gefasst.
Nur mit dem Krankenwagen zu Terminen
„Mir geht es den Umständen entsprechend gut“, sagt der und zuckt kurz mit den Mundwinkeln, so, als wolle er lächeln. „Wirkliche Schmerzen habe ich nicht mehr.“ Doch man sieht ihm an, dass der Lächel-Versuch ihm einiges abverlangt. Seit dem vergangenen Freitag ist Max Dettmann wieder zu Hause in Ahrensbök, davor lag er im Krankenhaus auf Mallorca. Jetzt hat sich sein Alltag von Grund auf verändert. Autofahren ist tabu, zu Arztterminen darf er nur liegend im Krankentransport gebracht werden. Selbst das Anziehen eines T-Shirts ist zur Herausforderung geworden. Und bei hochsommerlichen Temperaturen wird das Fell unter dem Gestell schnell zur Belastung.
Vor zwei Wochen wollte der Fußballer des MTV Ahrensbök mit seinen Mannschaftskameraden den Saisonabschluss auf Mallorca genießen. Nach einem Strandbesuch sprang er auf dem Weg zurück ins Hotel kopfüber in einen Pool – in der Annahme, ins tiefe Wasser zu springen. Tatsächlich war der Bereich nur etwa 60 Zentimeter tief.
„An den eigentlichen Sprung kann ich mich gar nicht mehr erinnern“, erzählt Dettmann. Erst als er wieder auftauchte, habe er gemerkt, dass etwas nicht stimmte. „Ich hatte keine Kraft mehr.“ Im Krankenhaus folgte die schockierende Diagnose: Der erste und der siebte Halswirbel waren gebrochen.
Viel schlimmer als die Schmerzen seien zunächst die Ungewissheit und die Angst gewesen. Wegen der Sprachbarriere erhielt er in der spanischen Klinik anfangs unterschiedliche Informationen, wusste nicht, ob operiert werden müsse. Vor allem wusste er nicht, welche Folgen die Verletzung haben würde. „Ich hatte die ganze Zeit Angst, dass ich im Rollstuhl lande. Ich habe mir Gedanken gemacht, wie mein Leben dann aussieht. Wie ich arbeiten soll oder ob ich irgendwann eine Freundin finde.“ Erst als feststand, dass keine Nervenschäden vorlagen, fiel die Anspannung langsam von ihm ab. „Ich hatte unheimlich viel Glück.“
„Ich habe gezittert, als ich ihn das erste Mal gesehen habe.“
Inga Dettmann, Mutter von Max
Dass ihr Sohn heute überhaupt wieder laufen kann, empfindet auch Mutter Inga als kleines Wunder. Als sie den Anruf aus Mallorca erhielt, war zunächst nur von einer Platzwunde die Rede. Wenig später folgten weitaus schlimmere Nachrichten. „Max rief mich an und sagte: ,Mama, ich habe mir zwei Wirbel gebrochen.‘ Da bin ich zusammengebrochen.“ Kurz darauf flog sie auf die spanische Urlaubsinsel. „Ich habe gezittert, als ich ihn das erste Mal gesehen habe“, erinnert sie sich. „Wir haben viel geweint.“
Sechs Tage verbrachten Mutter und Sohn gemeinsam im Krankenhaus in Palma. Inga Dettmann konnte in seinem Zimmer übernachten. Rückblickend überwiegt trotz aller Sorgen vor allem die Dankbarkeit. „Als wir wussten, dass keine Lähmung vorliegt, ist uns ein riesiger Stein vom Herzen gefallen.“
Großer Dank an alle Helfer
Ein Gefühl, das die ganze Familie empfindet – ausdrücklich hat sich Max Dettmann bei seinen Mannschaftskameraden, Trainern, Sanitätern, Ärzten, dem ADAC und allen Helfern bedankt. „Es hat einfach alles funktioniert. Ich hatte nicht nur Glück mit der Verletzung, sondern auch mit den Menschen um mich herum.“
Auch zu Hause ist er nicht allein. Fast jeden Abend kommen Freunde vorbei. Was früher bei anderen stattfand, verlagert sich nun auf die Terrasse des Reiterhofs. Max Mutter arbeitet derzeit im Homeoffice, bereitet Frühstück zu, hilft beim Haarewaschen und übernimmt die kleinen Dinge des Alltags, die mit dem Gestell kaum möglich sind. „Er versucht vieles auch allein“, sagt sie. „Aber mit Hilfe ist vieles einfacher.“
Schwere Zeit schweißt die Familie zusammen
Die gemeinsame Zeit habe die Familie wieder enger zusammengeschweißt. „Sonst haben wir uns wegen unserer unterschiedlichen Arbeitszeiten oft gar nicht gesehen“, erzählt Inga Dettmann. „Jetzt verbringen wir plötzlich jeden Tag miteinander.“
Und trotzdem – Max weiß, dass er noch eine Menge Geduld braucht. Er schläft viel, schaut Serien und geht wegen der Hitze meist erst abends nach draußen. Das Gestell muss er voraussichtlich noch drei bis vier Monate tragen. Ob die Wirbel ohne weitere Operation zusammenwachsen, soll sich erst nach den Untersuchungen beim Neurochirurgen zeigen.
@max.de23 ♬ Where Is My Mind - Maxence Cyrin
Während sein Körper langsam heilt, verarbeitet der 19-Jährige das Erlebte auch öffentlich. Millionen Menschen verfolgen inzwischen seine Videos auf Tiktok, die „Bild“-Zeitung griff die Geschichte auf und nannte ihn „Mallorca-Max“. Seine Krankengeschichte zu posten, das hat im Krankenhaus begonnen – auch aus Langeweile. Er habe selbst nach Menschen gesucht, die ebenfalls ein solches Gestell tragen, und kaum etwas gefunden. Heute verfolgt er mit seinen Videos ein anderes Ziel.
„Ich möchte anderen die Augen öffnen“
„Natürlich war das dumm“, sagt Dettmann, wenn er von dem Unfall auf Mallorca erzählt. „Ich bereue das auch.“ Seine Reichweite wolle er deshalb nutzen, um andere zu warnen. „Man denkt in dem Moment einfach nicht an die Konsequenzen.“ Jetzt möchte er „anderen die Augen öffnen“. Schuld geben wolle er niemandem, er selbst habe vor dem Sprung nicht genau genug hingesehen. „Es hätte jeder sein können.“
Wie seine Zukunft aussieht, weiß Max Dettmann noch nicht. Ob er jemals wieder Fußball spielen kann? Vielleicht, vielleicht nicht. Die Entscheidung will er den Ärzten überlassen. „Wenn sie sagen, ich soll lieber nicht mehr spielen, dann ist das eben so.“ Sein größter Wunsch ist inzwischen ein anderer. „Ich hoffe, dass ich zum Winter wieder ein normales Leben führen kann.“
Von Dominik Schwerma
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