Немецкий Культура
05.09.2026 Читать источник
В Эринге историческая экскурсия с фигурой Куттамиаль стала постоянным событием
К 1250-летию поселения в Эринге жительница Андреа Шёttl воплотила образ средневековой отшельницы Куттамиаль, чья легенда о жизни в пещере и роли «страшилки» для детей теперь оживает в регулярных исторических прогулках. Благодаря успеху этих экскурсий, посвященных эпохе Тридцатилетней войны и местным традициям, мероприятие закрепилось в календаре деревни как ежемесячное событие.
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Kuttamial: Einsiedlerin lebte 40 Jahre in Höhle
Von: Andrea Gräpel Uns auf Google folgen
Andrea Schöttl schlüpft in die Rolle der historischen Kuttamial und führt durch das Andechser Klosterdorf. Die Einsiedlerin starb 1735 im Alter von über 80 Jahren.
Erling – Generationen von Erlinger Kindern sind mit der Sage um die Kuttamial aufgewachsen. Für Generationen Erlinger Kinder galt sie als Kinderschreck. Zum 1250. Ortsjubiläum wurde an sie erinnert, an die Frau, die im 17. Jahrhundert in einer Höhle im Kiental lebte – eine tiefgläubige Einsiedlerin, die zwar dem Dorf die meiste Zeit fernblieb, aber regelmäßig die Messe in St. Vitus besuchte. Zu Lebzeiten sei sie alles andere als ein Kinderschreck gewesen. Andrea Schöttl ist zum Ortsjubiläum des Andechser Ortsteils Erling in die Rolle der Kuttamial geschlüpft. Begleitet vom Landsknecht Thomas, führte sie die Besucher durch Erling und tauchte tief in die Geschichte ein, in die Zeit des Dreißigjährigen Kriegs. Eine Führung, die so viel Anklang fand, dass die „Kuttamial“ jeweils am letzten Samstag im Monat noch immer durch Erling zieht und an alte Zeiten erinnert.
Andrea Schöttl lebt seit acht Jahren in Erling. Die 65-Jährige kommt aus Starnberg, war dort fest verwurzelt. Bis an der Angerweide gebaut wurde und es die Schöttls fortzog. „Ich war hier gleich daheim“, sagt sie, die sich nach dem Umzug sofort in Erling zu Hause fühlte. Sie brachte sich ein in die Dorfgemeinschaft, arbeitet ehrenamtlich in der Möbelbörse und bei der Nachbarschaftshilfe. Nicht zuletzt ist sie die Seniorenbeauftragte der Gemeinde Andechs. Als die Planungen für das große Fest zum Ortsjubiläum begannen, war es für Andrea Schöttl keine Frage, sich auch dort einzubringen.
Die Jungen kennen die Kuttamial nicht. Ich habe viele gefragt.
Als die Erlinger zum Mitmachen eingeladen wurden, konnten sich die Interessierten an verschiedenen Thementischen sammeln. „Ich habe mich zur Historie gestellt“, erzählt Andrea Schöttl. Und neben ihr standen auch Mitglieder vom Heimatverein Erling-Andechs. Früher Mitglied bei der Heimatbühne Starnberg, fragte Andrea Schöttl mehr im Spaß, ob es in Erling nicht so was wie eine Hexe gegeben hätte. So erfuhr sie erstmals von der Kuttamial, dem Kinderschreck von Erling. Denn die meisten Mitglieder des Heimatvereins, in Erling aufgewachsen, sind mit der Mär um die Frau im Kiental aufgewachsen. Ihnen drohten die Eltern damals: „Wenn du nicht folgst, dann kommt die Kuttamial und nimmt dich mit.“ oder es hieß: „Ich bring dich gleich zur Kuttamial.“ Die Schreibweise dieses Spottnamens unterscheidet sich in den Schriften – vor allem in der Endung mit „mial“ oder „mirl“. In Absprache mit alten Erlingern einigte sich Andrea Schöttl auf die Endung „mial“.
Geboren worden war dieser Mythos vermutlich um 1850 herum. Die Kuttmial war längst tot. Beim Bau des Kientalweges fanden die Arbeiter in ihrer Höhle einen Menschenschädel. Und jeder fragte sich, was die Kuttamial damit wohl wollte. Andrea Schöttl entwickelte im Zuge ihrer Recherche einige Theorien: Weil die Kuttamial eine kluge Frau war, die sich mit Kräutern und Medizin gut auskannte, verwendete sie den Schädel zu anatomischen Anschauungszwecken. Weil es im Kiental aber auch einen Keltenfriedhof gegeben haben soll, konnte der Schädel auch daher stammen. Aber weil die wahre Geschichte der Kuttamial in Vergessenheit geraten war, brodelte die Gerüchteküche und der Kinderschreck war geboren.
Andrea Schöttl hat sich in die wahre Geschichte hineingekniet. Hat sich hineingelesen in alles, was von Erling um die Zeit des Dreißigjährigen Kriegs und von der Kuttamial bekannt ist. „Sie muss im 17. Jahrhundert als junge Frau nach Erling gekommen sein“, glaubt Andrea Schöttl. „Ihr Vater soll ein Adliger aus Sachsen gewesen sein. Das ist aber nicht bewiesen.“ Würde aber die Recherche Andrea Schöttls erklären. Denn die Kuttamial sei ein uneheliches Kind gewesen. Nach Erling sei sie vermutlich zum Kloster gepilgert – und ist geblieben. Gleichwohl blieb sie eine Fremde. Irgendwann verließ sie das Dorf und zog in eine Höhle im Kiental.
„In der Höhle lebte die Kuttamial mehr als 40 Jahre“, sagt Andrea Schöttl. Sie war nur mit einem Leinenunterkleid und einer Kutte bekleidet gewesen, worauf vermutlich auch der Name schließen lasse. Als Kuttamial jedenfalls steht sie auch im Totenbuch Erlings. „Sie muss sehr gläubig gewesen sein“, sagt Andrea Schöttl. Bei jeder Gebetsglocke stieg sie auf die „Teufelskanzel“. Ein einzelner Fels im Kiental, der noch heute von Andechs aus Richtung Herrsching nach der zweiten Brücke hochragt. Dort habe sie ein Gebetsbankerl gehabt und gebetet. Stunden habe sie dort verbracht, genauso wie am Elisabethbrunnen, einem anderen Lieblingsort von ihr. Immer sonntags kam sie auch noch in den Ort zur Messe. Eines Tages – im Januar – blieb ihr Platz jedoch leer. Der Pfarrer ließ nach ihr suchen. Kuttamial war mittlerweile über 80 Jahre alt – ein erstaunliches Alter zu dieser Zeit. Sie lag in ihrer Höhle, lebte aber noch. Die Erlinger brachten sie unter großem Protest ihrerseits ins Armenhaus im Dorf, wo sie an Lichtmess, am 2. Februar 1735, verstarb. Bemerkenswert fand Andrea Schöttl, dass der Kinderschreck bei den Erlingern bis 1980 eine Rolle spielte. Danach nicht mehr. „Die Jungen kennen die Kuttamial nicht. Ich habe viele gefragt.“
Die Geschichte der Kuttamial ereignete sich nach dem Dreißigjährigen Krieg, der 1648 endete. Aber für Andrea Schöttl passte alles gut zusammen. „Ein ganzes Jahr habe ich mich mit der Zeit befasst, habe mich durch 15 Bücher durchgelesen“, erzählt die Erlingerin. Sie erarbeitete daraus ein Konzept für die Führung. Anschaulich sollte es sein. „Ich wollte nicht einfach so durchs Dorf laufen. Ich wollte die Geschichte möglichst unterhaltsam erzählen und mich nicht an Zahlen aufhalten.“ So entstand bei der früheren Laiendarstellerin die Idee, als Kuttamial aufzutreten. An ihre Seite holte sie sich einen Landsknecht (Thomas Brunn). Die Söldner haben eine unrühmliche Geschichte im Dreißigjährigen gespielt. „Der Thomas kriegt sein Fett weg“, sagt sie lachend. Die Geschichte von den Überfällen der Landsknechte „ist allerdings erschütternd“. Am eindrücklichsten hat darüber der Andechser Abt Maurus Friesenegger in seinem Tagebuch berichtet, das erst im vergangenen Jahr im Allitera-Verlag neu aufgelegt wurde. „Es war grausig“, sagt Andrea Schöttl. Wenn Kinder bei den Führungen dabei sind, geht sie deshalb nicht ins Detail.
Weil vor allem all die, die als Freiwillige beim Jubiläumsfest mithalfen, an den Führungen dort nicht teilnehmen konnten, gab es am letzten August-Samstag zwei Führungen und im September gibt es nochmal zwei. Jeweils um 10 und um 14 Uhr warten die Kuttamial und der Landsknecht gegen eine Spende von fünf Euro auf Interessierte am Florianstadl, um von dort ins Dorf zu laufen. Sie machen Halt an der Alten Schule und am Feuerwehrmuseum und zuletzt an der „Schmittn“, an der Alten Schmiede. Weil dieser Teil Erlinger Geschichte so spannend ist, und die „Kuttamial“ sie so anschaulich zu erzählen versteht, wurden bereits Anfragen laut, die Führungen zum festen Programmbestandteil in Erling werden zu lassen. Wer weiß?
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