Немецкий Общество
07.09.2026 Читать источник
68-летний Рэйнер Пopp покидает пост заместителя председателя профсоюза завода Daimler в Касселе
Опытный активист Рэйнер Пopp уходит в отставку после 36 лет работы в представительном органе, уступив место 58-летнему Ларсу Вернеру. В своей речи он выразил благодарность коллективу и подчеркнул важность качества работы для будущего предприятия.
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Mit einem Streik fing alles an: Rainer Popp war über Jahrzehnte Betriebsrat bei Daimler Truck
Von: Daniel Seeger Uns auf Google folgen
Rainer Popp verlässt den Betriebsrat des Kasseler Daimler-Truck-Werks. Der 58-jährige Lars Werner folgt ihm heute im Amt als stellvertretender Vorsitzender nach.
Kassel – Noch bevor Rainer Popp die Streikposten am Werkstor erreicht, hält er seinen Notdienstausweis hoch. Es ist 1984. Seit Wochen kämpfen seine Kollegen vor dem Kasseler Achswerk von Daimler für ihre Interessen. Popp ist seit einem Jahr Auszubildender. Jeden Morgen geht er durch die Reihen der Streikposten, mit großem Respekt vor denen, die draußen stehen, so erinnert er sich.
Damals ahnte Popp nicht, dass ihn die Interessenvertretung fast sein gesamtes Berufsleben begleiten würde. 36 Jahre gehörte er dem Betriebsrat an, seit 2012 als stellvertretender Vorsitzender. Jetzt beginnt für ihn die Freistellungsphase der Altersteilzeit. Zu seinem Nachfolger hat der Betriebsrat des Kasseler Daimler-Truck-Werks den 58-jährigen Lars Werner gewählt, der heute sein Amt antritt.
1983 war der Witzenhäuser Popp ins Kasseler Werk gekommen und hatte seine Ausbildung zum Maschinenschlosser begonnen. Eine Fabrik kannte er bis dahin nur von außen. Der Streik beschäftigt ihn: Welche Rolle hat er selbst als junger Arbeitnehmer? Was kann er für andere tun? Popp mischt sich ein, diskutiert mit und wird Jugendvertreter. 1990 wählt ihn die Belegschaft in den Betriebsrat von Kassels größtem Industriearbeitgeber.
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Es hätte auch anders kommen können. Im Werk bekam er das Angebot, in die Instandhaltung zu wechseln. Das reizte den Maschinenschlosser, der gern mit den Händen arbeitet. Zugleich machte ihm die Arbeit als Jugendvertreter Freude, er bekam Zuspruch. Er musste sich entscheiden.
Seinen „persönlichen Gesinnungstest“ nennt das der 60-Jährige heute. Er stellte seine politischen Ideale über eine klassische berufliche Karriere. Mit den Jahren veränderte sich sein Blick. Erfahrene Betriebsratskollegen brachten ihm andere Sichtweisen nahe. Über manche Überzeugung des jungen, sehr links eingestellten Rainer Popp muss er heute schmunzeln.
Geblieben ist die Lust, sich in Themen einzuarbeiten und darüber zu diskutieren. Als Betriebsrat stoße man ständig auf Fachfragen, von denen man zunächst wenig verstehe. „Am Ende muss ich da halt auch fundiert mitreden können“, sagt Popp. Die Diskussion sei für ihn „das Salz in der Suppe“ gewesen.
Die Auseinandersetzungen konnten hart werden, auch innerhalb des Gremiums. Manchmal habe er sich gefragt, warum er sich das antue. Bei Problemen setzte Popp auf das direkte Gespräch, auch wenn das nicht immer gelang: „Dann schauen wir uns in die Augen, setzen uns an den Tisch, reden drüber.“ Sein Maßstab sei der Auftrag der Beschäftigten. „Wir sind hier gewählt von der Belegschaft.“ Je stärker sich die Beteiligten polarisierten, desto schwächer werde die gemeinsame Interessenvertretung.
Mit dem Wechsel zum stellvertretenden Vorsitz 2012 verlagerte sich sein Alltag weiter. Für die Rundgänge blieb kaum noch Zeit. War der Vorsitzende wegen anderer Aufgaben unterwegs, musste Popp die Arbeit vor Ort organisieren. „Du musst den Laden dann schmeißen und organisieren.“ Dazu gehörte, Entscheidungen gemeinsam vorzubereiten. „Dieses Vordenken und das Vorarbeiten, das nimmt wirklich viel Raum in Anspruch.“
Zum Abschied erlebt Popp, wie viele Kollegen seine Arbeit über die Jahre geschätzt haben. Mit so viel Anerkennung habe er nicht gerechnet. Dass die Belegschaft ihn über Jahrzehnte immer wieder gewählt hat, bedeutet ihm viel. „Das tut schon gut.“
Den Kollegen wünscht er, dass der Standort seine Fähigkeiten ausschöpft. Jeder müsse seine Arbeit gut machen, vom Fahrer bis zum Management. Mangelhafte Qualität dürfe keinen Anlass bieten, das Werk infrage zu stellen. Auch gute Arbeit sei keine Garantie für die Zukunft. Sie verschaffe der Belegschaft aber bessere Argumente.
Er hat zwei Söhne, einer arbeitet ebenfalls im Werk. Jetzt freut er sich besonders auf seine kleinen Enkelkinder. Noch gehen sie nicht zur Schule, noch sind Oma und Opa besonders interessant. Diese Zeit möchte er nutzen.
Und dann ist da noch die alte Kirschplantage in Witzenhausen. Popp hat sie von seinem Vater übernommen und baut sie seit Jahren Stück für Stück um. Draußen arbeiten und am Ende sehen, was geschafft ist. Das hat er immer als Ausgleich empfunden. „Körperliche Arbeit hab ich schon immer geliebt.“
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