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01.09.2026 Читать источник
Стеффи Бухли: как женщина выстроила карьеру в мужском медиабизнесе и строит «Bild» в Берлине

Руководительница «Bild»-новостного центра в Берлине Стеффи Бухли рассказала о преодолении сомнений и стратегии успеха в мужской индустрии. Она подчеркнула важность человечности в лидерстве и призвала общество перестать воспринимать равноправие как частное дело.
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Steffi Buchli sucht die Herausforderung und hat sich damit in der männergeprägten Medienbranche durchgesetzt. Bekannt wurde sie beim SRF, später übernahm sie Führungsrollen bei MySports und Ringier, heute baut sie den «Bild»-Newsroom in Berlin mit auf. Sie spricht über Zweifel, Führung und darüber, warum Gleichstellung noch immer zu oft Privatsache ist.
SRF: Wenn man Ihren beruflichen Weg anschaut, fällt auf: Sie suchen immer wieder das Neue, oft auch das Ungewisse. Was zieht Sie daran an?
Steffi Buchli: Ich will nicht stillstehen. Wiederholung ist nicht das, was ich anstrebe. Mich reizen Herausforderungen, auch wenn die Widerstände gross sind. Ich habe immer gern geknobelt und nach Lösungen gesucht.
Der Schritt nach Berlin war beruflich wie auch privat gross. Was war daran am schwierigsten?
Die Schweizer Medienlandschaft kenne ich sehr gut – ich bin stark vernetzt. Berlin war komplett neu. Dazu kommt das Pendeln und die Organisation als Familie. Gleichzeitig lag genau darin auch der Reiz: Wieder einmal aus der Komfortzone herauszutreten.
Ich habe gelernt, hinzustehen und zu sagen ‹Ich kann das›.
Sie haben in männergeprägten Umfeldern Karriere gemacht. Was war dafür entscheidend?
Selbstbewusstsein. Und das war bei mir nicht einfach da. Das musste ich zuerst entwickeln. Ich hatte viele Zweifel. Aber ich habe gelernt, hinzustehen und zu sagen ‹Ich kann das›.
Haben Sie sich dabei Strategien zurechtgelegt?
Ich habe mir beispielsweise in Sitzungen mir oft vorgenommen, spätestens als Dritte etwas zu sagen. Nicht, um laut zu sein, sondern um präsent zu sein. Ich habe nie versucht, männliches Verhalten zu kopieren. Ich wollte meinen eigenen Weg finden. Also nicht möglichst viel reden, sondern mit wenigen Sätzen Wirkung erzielen.
Welche Art von Führung ist Ihnen wichtig?
Menschlichkeit. Führungskräfte sind immer Vorbilder. Wer nachts um drei Mails verschickt, sendet ein Signal. Mitarbeitende haben dann schnell das Gefühl, sie müssten auch jederzeit verfügbar sein. Und ich finde es wichtig, auch Überforderung oder Unsicherheit benennen zu können. Das schafft Vertrauen.
Sie sprechen offen darüber, dass Sie Feministin sind. Wie prägt das Ihren Blick auf Karriere?
Ich finde, Feminismus bedeutet vor allem, selbst entscheiden zu können, wie man sein Leben gestaltet. Dass ich sagen kann: Das ist mein Weg und der wird respektiert.
Gleichzeitig betrifft Gleichstellung nicht nur Frauen. Auch Männer kämpfen oft noch damit, Beruf und Familie anders zu leben, als es lange vorgegeben war. Solange gewisse Lebensmodelle immer noch als «normal» gelten und andere hinterfragt werden, sind wir noch nicht dort, wo wir sein sollten.
Solange gewisse Lebensmodelle immer noch als «normal» gelten und andere hinterfragt werden, sind wir noch nicht dort, wo wir sein sollten.
Kommen bei Ihnen auch einmal Zweifel hoch?
Natürlich. Vor allem, wenn es um meine Tochter Karlie (10) geht. Wenn ich merke, dass in einer Frage mitschwingt ‹Solltest du nicht eher zu Hause sein›? Das trifft mich bis heute. Gerade darum rede ich darüber: Weil wir gesellschaftlich noch nicht weit genug sind.
Welchen Rat würden Sie Ihrer Tochter und anderen jungen Frauen mit auf den Weg geben?
Dass sie okay sind. Dass sie genügen. Viele erfolgreiche Frauen wirken sehr selbstbewusst und haben trotzdem Unsicherheiten. Und: Mutige Entscheidungen machen uns oft stärker, auch wenn nicht alles sofort aufgeht.
Das Gespräch führe Judith Wernli.
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