Немецкий Экология
08.09.2026 Читать источник
Nestlé оспаривает строительство соседнего завода по производству биоцидов в Шверине

Международный концерн Nestlé подал возражение против запуска нового химического завода в Шверине, опасаясь негативного влияния на свою производство кофе-капсул. Несмотря на судебное решение о допуске строительства, компания продолжает борьбу за пересмотр разрешения на работу соседней биоцидной установки.
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Kaffee gegen Biozide: Klagt Lebensmittelgigant Nestlé gegen fast fertiggestelltes Chemiewerk?
Im Streit um Schwerins erstes Chemiewerk in direkter Nachbarschaft der Nestlé-Produktion von Kaffeekapseln droht eine juristische Eskalation. Der international tätige Lebensmittelkonzern hatte Anfang vergangener Woche eine deutliche Ausweitung der Produktion an seinem Standort im Schweriner Industriepark verkündet. Dennoch macht das Schweizer Unternehmen weiter Front gegen den bereits begonnen Bau eines neuen Werks für Biozide.
Biozid-Werk soll „in absehbarer Zeit“ in Betrieb gehen
Wie das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umweltschutz Westmecklenburg (Stalu) auf Anfrage unserer Zeitung mitteilte, befürchtet Nestlé schädliche Umwelteinwirkungen, insbesondere für die Lebensmittelproduktion, durch die benachbarte Anlage zur Herstellung von Bioziden. Diese sei im Bau und werde „in absehbarer Zeit“ in Betrieb gehen.
Wegen dieser Bedenken laufe ein Widerspruchsverfahren gegen die vom Stalu Westmecklenburg erteilte Genehmigung zur Errichtung und für den Betrieb der Anlage zur Herstellung von Bioziden. Das Verfahren befinde sich weiterhin in der Bearbeitung, hieß es. Neben Nestlé haben auch der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und eine weitere Streitpartei Widerspruch eingelegt.
„Alle Bemühungen der Genehmigungsbehörde, die möglichen Immissionen im Umfeld der Anlage gerade in Bezug auf die sensible Lebensmittelproduktion sorgfältig zu ermitteln, konnten leider das Widerspruchsverfahren und gegebenenfalls eine zukünftige Klage gegen die Genehmigung nicht verhindern“, teilte Amtsleiter Henning Remus mit. Nestlé hatte jüngst bestätigt, dass die Bedenken des Unternehmens bezüglich der Sicherheit der Arbeiter und der Produkte weiter bestehen.
Nestlé scheiterte mit Eilantrag vor Gericht
Der Bau des Chemiewerks hatte Ende 2023 mit behördlicher Erlaubnis bereits vor der eigentlichen Genehmigung begonnen, die im Oktober 2025 erteilt wurde. Vink Chemicals feierte im Mai 2025 die Fertigstellung des Rohbaus für den neuen Produktionsstandort. Im Industriepark Göhrener Tannen entsteht der dritte Produktionsstandort des Familienunternehmens in Deutschland mit rund 50 neuen Arbeitsplätzen. Investiert werden über 30 Millionen Euro.
Nestlé hatte gegen den vorzeitigen Baubeginn einen Eilantrag eingereicht, der vom Verwaltungsgericht Schwerin September 2025 abgelehnt wurde. Der Lebensmittelkonzern könne sich in einem späteren Klageverfahren gegen eine Genehmigung für das Chemiewerk wehren, hieß es damals seitens des Gerichts.
Das Werk der Nestlé Deutschland AG in Schwerin wurde Ende 2012 durch das Stalu Westmecklenburg als Anlage zum Rösten, Mahlen und Abpacken von Kaffee in Form der Dolce Gusto Kapseln mit einer Produktionsleistung von 150 Tonnen pro Tag genehmigt. Seit 2014 produziert das Unternehmen laut Behörde am Standort ohne besondere Vorkommnisse mit Ausnahme eines gemeldeten Brandes eines Rösters im Jahr 2018.
Da die aktuelle Erweiterung der Produktion nur durch eine intensivere Nutzung der vorhandenen Anlagen erfolgen wird, wurde bei der Behörde nach eigenen Angaben kein Genehmigungsverfahren durchgeführt oder eine Änderung der Betriebsweise angezeigt. Nestlé will die Produktion von Kaffeekapsel in seinem modernsten europäischen Werk ab 2027 um eine halbe Milliarde auf jährlich rund 2,3 Milliarden Kaffeekapseln steigern. Zu den rund 350 Mitarbeitern sollen 50 neue hinzukommen.
Richtfest für Pflanzenkohlekraftwerk am 1. Juli
Die Vink Chemicals GmbH & Co. KG mit Sitz in Kakenstorf bei Hamburg schafft derweil baulich Fakten und hat vor zwei Monaten nach einer Darstellung einen wichtigen Meilenstein erreicht. Am 1. Juli wurde gemeinsam mit der Pyropower GmbH das Richtfest für das geplante Pflanzenkohlekraftwerk am neuen Standort in Schwerin gefeiert. Die Anlage erzeugt als Hauptprodukt Pflanzenkohle und elektrischen Strom und Wärme als Nebenprodukte. Sie soll damit die Produktion von Vink Chemicals versorgen, hieß es. Die benachbarten Unternehmen im Industriepark könnten ebenfalls Nahwärme beziehen. Vielleicht kann das die Wogen im Nachbarschaftsstreit im Industriegebiet etwas glätten.
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