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02.09.2026 Читать источник
16-летняя скрипачка Ми-Хелен Хорн выступит с симфоническим оркестром «Deutscher Lions» в Мельзунге
Юная солистка Ми-Хелен Хорн проведет благотворительный концерт в городской церкви Мельзунга, где исполнит Концерт для скрипки с оркестром Мендельсона. Несмотря на школьную нагрузку, девушка ежедневно уделяет репетициям до шести часов, чтобы поддержать свое музыкальное развитие.
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„In die Geige verliebt“: Violinistin Mi-Helen Horn spielt mit Lions-Orchester
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Die 16-jährige Mi-Helen Horn spielt am Samstag in der Melsunger Stadtkirche als Solistin bei einem Benefizkonzert mit dem Symphonieorchester Deutscher Lions.
Andere chillen mit Freunden, sie übt bis zu sechs Stunden am Tag. Mit 16 Jahren stand Mi-Helen Horn schon mit großen Orchestern auf der Bühne – als Solistin. Die junge Violinistin steht am Beginn ihrer Karriere als Musikerin, besucht aber noch die Schule. Zu erleben ist das Talent am Samstag in der Melsunger Stadtkirche. Gemeinsam mit dem bundesweit tourenden Symphonieorchester Deutscher Lions spielt sie ein Benefizkonzert, alle Beteiligten verzichten auf eine Gage. Auf dem Programm stehen Stücke von Emilie Mayer und Antonín Dvořák, Mi-Helen Horn spielt als Solistin das Violinkonzert von Felix Mendelssohn Bartholdy. Sie spricht darüber, wie ihre Leidenschaft für die Geige geweckt wurde, welches Konzert sie fast zu Tränen rührte und wie sie Schule und Musik unter einen Hut bekommt.
Frau Horn, Sie spielen beim Benefizkonzert Mendelssohns Violinkonzert. Was fasziniert Sie an diesem Stück?
Es ist sehr ungewöhnlich für Geiger, weil die drei Sätze ineinander übergehen. Ich muss nach einem Satz sofort weiterspielen und habe keine längere Pause. Im gesamten Stück sprechen Violine und Orchester miteinander und antworten auch, das finde ich toll. Bei Mendelssohn ist das mehr als bei anderen Violinkonzerten. Außerdem macht es einfach viel Spaß, es zu spielen, und es klingt sehr frisch.
Warum mögen Sie gerade dieses Stück so?
Mendelssohns Violinkonzert hat so einen verspielten Charakter. Wenn ich es spiele, auch wenn ich nur alleine in meinem Zimmer übe, bekomme ich Energie. Das Stück wird nie langweilig. Wenn ich einmal angefangen habe, möchte ich nur Mendelssohn spielen, am liebsten den dritten Satz. Der ist so schnell und lebendig.
Haben Sie einen Lieblingskomponisten?
Es ist schwierig, einen auszusuchen. Meistens kommt es darauf an, welche Stücke ich gerade spiele. Im Moment finde ich Bachs Stücke sehr beruhigend. Seine Musik ist so, als ob ich in eine andere Welt einsteige.
Wie haben Sie die Geige für sich entdeckt?
Alle aus meiner Familie sind Musiker. Mein Vater spielt Cello, meine Mutter ist Pianistin und mein Bruder spielt auch Geige. Der ist vier Jahre älter als ich und hat vor mir angefangen, Geige zu spielen. Seit ich dreieinhalb war, habe ich ihm die Geige geklaut und selbst gespielt. Seitdem liebe ich Musik und vor allem die Geige, die ist einfach ein tolles Instrument.
Warum wurde es gerade dieses Instrument?
Klar war das am Anfang nur ein Hobby, aber als ich älter wurde, habe ich mich immer mehr in das Instrument verliebt. Eine Geige ist wie eine menschliche Stimme: Man kann so leicht ausdrucksvolle Töne spielen. Außerdem lässt sie sich auch deutlich einfacher transportieren als das Cello von meinem Vater, das ist so riesig (lacht).
Sie haben schon viel Bühnenerfahrung gesammelt und in diesem Jahr mit dem Johann Strauss Orchester das Neujahrskonzert im Thiersch-Saal in Wiesbaden gespielt. Haben Sie immer noch Lampenfieber?
Ja, auf jeden Fall. Aber wenn mein Name aufgerufen wird und ich auf die Bühne gehe, fokussiert sich alles nur noch auf die Geige und ich verliere mich richtig in der Musik. Und das Konzert in Wiesbaden war bisher der Topmoment meiner Karriere. Das Publikum, die Atmosphäre, da hat alles gepasst. Am Ende musste ich mit den Tränen kämpfen, so sehr hat mich das berührt.
Gibt es jemanden, an dem Sie sich musikalisch orientieren?
Mein größtes Vorbild ist mein Vater. Unter den Geigern finde ich Jascha Heifetz oder Henryk Szeryng gut, von denen könnte ich mir jedes Stück anhören. Auch Hilary Hahn ist eine sehr gute Geigerin, um eine heutige Künstlerin zu nennen. Aber besonders die alten Meister inspirieren mich, die spielen ganz anders als Violinisten heutzutage.
Wie unterscheidet sich Ihr Alltag zu dem Ihrer Klassenkameradinnen?
In der Schule bin ich genau wie die anderen in meinem Alter. Aber wenn ich nach Hause komme, konzentriere ich mich auf die Geige. Zwar nehmen die Schule – und selbstverständlich die Hausaufgaben – sehr viel Zeit ein, aber ich wohne relativ nah an der Schule und kann in den Freistunden nach Hause, um zu üben. An Schultagen versuche ich, drei Stunden zu üben, an Wochenenden spiele ich bis zu sechs Stunden Geige. Natürlich gibt es auch Tage, an denen ich keinen Bock habe, aber dann versuche ich trotzdem, diszipliniert zu arbeiten. Das Üben macht dann trotzdem immer Spaß. Ich möchte einfach immer weiter mit Freude spielen und mich musikalisch weiterentwickeln.
Mi-Helen Horn lebt in Frankfurt. Die 16-Jährige, der Vater Deutscher, die Mutter Koreanerin, begann schon mit dreieinhalb Jahren, Geige zu spielen. Seitdem gewann sie zahlreiche Wettbewerbe, unter anderem beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“, und spielte mit dem hr-Sinfonieorchester und dem Johann Strauss Orchester Wiesbaden. Aktuell geht sie zur Schule und ist Jungstudentin an der Folkwang Universität der Künste Essen. „Das bedeutet ganz viel pendeln, mit meinen Eltern im Auto oder mit dem Zug.“
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