Немецкий Медицина
02.09.2026 Читать источник
В нидерсаксонском свиноводческом хозяйстве ликвидирована вспышка эризипелоидной инфекции у поросят

Ветеринары диагностировали массовое заболевание поросят, вызванное бактерией Erysipelothrix rhusiopathiae, на фоне пробелов в вакцинации свиноматок и плохой борьбы с грызунами. После внедрения строгого графика прививок и улучшения санитарных условий эпидемиологическая ситуация в стаде была стабилизирована.
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Fazit
- Ein Ferkelerzeuger beklagte hohe Verluste bei den Saugferkeln. Einige Tiere zeigten Symptome wie Fieber und bläuliche Hautverfärbungen.
- Eine schnell eingeleitete Sektion bzw. Diagnose bestätigte eine Rotlauf-Infektion.
- Die Bestandsanalyse deckte Lücken im Impfregime auf.
- Ein neuer Impfplan sowie eine verbesserte Schadnagerbekämpfung und Betriebshygiene stabilisierten den Bestand wieder.
In einem niedersächsischen Sauenbetrieb mit 420 Sauen im Zwei‑Wochen‑Rhythmus und Eigenremontierung traten bei den Saugferkeln in der dritten Lebenswoche starke gesundheitliche Probleme auf. Der Betrieb lief zu diesem Zeitpunkt erst gute zwei Wochen unter unserer tierärztlichen Betreuung. Dementsprechend war die gesundheitliche Ausgangssituation noch nicht vollständig bekannt, als in einer Abferkelgruppe binnen 24 Stunden knapp 4 % der Ferkel verendeten. Weitere 2 % zeigten schwere klinische Krankheitssymptome.
Dazu gehörten Tiere, die unter hohem Fieber mit über 41 °C, ausgeprägten Zyanosen an Ohren, Gliedmaßen und der Rüsselscheibe sowie bläulichen Verfärbungen der Haut und Schleimhäute litten. Die Verfärbungen wiesen eindeutig auf eine massive Kreislaufbelastung und Sauerstoffunterversorgung hin. Das klinische Bild entsprach einer schweren septischen Erkrankung, die sich extrem schnell in der Tiergruppe ausbreitete.
Klare Befunde in der Sektion
Angesichts des schweren Krankheitsverlaufes wurde noch am selben Tag an der Außenstelle für Epidemiologie der Tierärztlichen Hochschule Hannover in Bakum eine pathologische Untersuchung mit anschließender Diagnostik der verendeten Tiere eingeleitet. In der Untersuchung zeigten sich hochgradige Zyanosen am gesamten Körper und zahlreiche Petechien. Die kleinen Hauteinblutungen wurden an Herz, Magen, Darm und Niere entdeckt. Hinzukam eine deutlich verstärkte Durchblutung (Hyperämie) von Milz und Leber.
In Herzbeutel und Bauchhöhle fanden sich zudem serofibrinöse Ergüsse, die auf eine akute Entzündungsreaktion hindeuteten. Serofibrinöse Körperflüssigkeiten enthalten sowohl dünnflüssige als auch dickflüssig-schmierige Bestandteile. Die Lymphknoten in der Leistengegend, an den Bronchien und im Bauchraum waren stark hämorrhagisch verändert, sodass Blut aus den Gefäßen in das Gewebe übertrat. Dieses Gesamtbild ist typisch für eine perakute, also extrem schnell auftretende Verlaufsform des Schweinerotlaufs.
Sofort Antibiose gestartet
Die mikrobiologischen Untersuchungen bestätigten diese Diagnose. In Abstrichen der Gehirnhaut, in Sammeltupfern seröser Häute sowie in der Niere fanden sich hohe Konzentrationen von Erysipelothrix rhusiopathiae, dem Erreger des Schweinerotlaufs. Aufgrund der hohen Verluste musste der Verdacht auf pathogene E. coli ausgeschlossen werden, ebenso Aujeszkysche Krankheit, Klassische Schweinepest und Afrikanische Schweinepest. Damit stand fest, dass ein perakutes Rotlaufgeschehen bei den Saugferkeln vorlag.
Die Sektion untermauerte die Erstdiagnose.
Dr. Philipp Ellert, Tierarzt
Gleichzeitig zur Diagnostik in der Pathologie wurden alle Saugferkel der betroffenen Abferkelgruppe per Injektion mit einer Antibiose an zwei aufeinanderfolgenden Tagen und einem fiebersenkenden Mittel durchbehandelt. Penicillin gilt als Mittel der Wahl bei Rotlauf, da Erysipelothrix rhusiopathiae in der Regel empfindlich darauf reagiert. Auch Tiere in benachbarten Buchten sollten bei einem solchen Geschehen mitbehandelt werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Die Behandlung per Injektion zeigte schnell Wirkung. Bereits am nächsten Tag wurden keine weiteren kranken Tiere entdeckt.
Hartnäckiger Erreger
Schweinerotlauf gehört zu den klassischen Schweinekrankheiten. Der Name entstand aufgrund der typischen roten Hautveränderungen, dem sogenannten „Backsteinblattern“. Der Erreger Erysipelothrix rhusiopathiae ist ein grampositives, unbewegliches Stäbchenbakterium mit hoher Tenazität. Unter günstigen Bedingungen kann er in der Umwelt mehrere Monate überleben, in gepökeltem Fleisch sogar bis zu drei Monate.
Schweine bilden das Hauptreservoir, doch auch zahlreiche andere Tierarten können den Erreger tragen. Erkrankte Tiere scheiden den Erreger über Kot, Harn und Sekrete aus. Die Ansteckung erfolgt oral oder über kleine Hautläsionen.
Eine schlechte Immunitätslage der Schweine, hervorgerufen durch zum Beispiel virale Infektionskrankheiten, wie PRRS oder Influenza, fördert den Krankheitsausbruch. Aber auch negative Umweltfaktoren, wie stark überbelegte Buchten, schlechte Hygieneverhältnisse oder eine Überbelüftung der Abteile, führen zu Stress und können sich negativ auf das Immunsystem auswirken.
Schadnager als Überträger
Insbesondere in Betrieben, die große Mengen organisches Beschäftigungsmaterial wie Heu- oder Stroheinstreu lagern, ist auf eine konsequente Schadnagerbekämpfung zu achten. Denn Mäuse und Ratten werden durch solche betrieblichen Umstände angezogen. Da die Schadnager den Rotlaufkeim selber in sich tragen können, spielen sie in vielen Fällen bei der Verbreitung und Aufrechterhaltung des Rotlaufs in einem Schweinebestand eine zentrale Rolle.
So kontaminieren sie durch ihren Kot und Harn das gelagerte Futter, die Einstreu oder die Tränken im Stall. Schweine nehmen die Bakterien dann fäkal-oral beim Fressen oder Wühlen auf. Auch für den Menschen besteht ein Risiko, insbesondere für Personen, die beruflich mit Schweinen oder Schweinefleisch arbeiten.
Verschiedene Verlaufsformen
Je nach Serovar und Belastungssituation kann Rotlauf perakut, akut oder chronisch verlaufen. Die perakute Form, wie sie im Fallbetrieb auftrat, führt zu einer schweren Septikämie (Blutvergiftung, Sepsis) mit hohem Fieber, Zyanosen und rascher Mortalität. Man spricht gerne von dem „weißen Rotlauf“, denn die Tiere sterben, noch bevor sich das typische „Backsteinblattern“ ausbilden kann.
Akute Verläufe zeigen diese charakteristischen rechteckigen Hautveränderungen, während sich chronische Verläufe durch Arthritis (Gelenkentzündung), Endokarditis (Entzündung des Herzens) und Hautnekrosen ausdrückt. Chronische Rotlauferkrankungen führen zudem häufig zum Kümmern. Die wirtschaftlichen Folgen können enorm sein. Angefangen von plötzlichen Todesfällen und kümmernden Tieren bis hin zu Fruchtbarkeitsstörungen und Aborten.
Unregelmäßige Impfung
Die Rotlauf-Erkrankung kommt mittlerweile eher selten vor, obwohl der Erreger in den meisten Sauenställen immer vorhanden ist. Sie tritt jedoch so gut wie nie bei Saugferkeln auf, da die meisten Sauen eine Kombi-Impfung während der Laktation oder eine regelmäßige Bestandsimpfung erhalten.
In der Bestandsanalyse auf dem Fallbetrieb zeigte sich, dass die Sauen durch ein unstrukturiertes Impfprogramm unregelmäßig gegen Rotlauf geimpft wurden. So lag die letzte Sauenimpfung rund neun Monate zurück. Da maternale Antikörper in der Biestmilch die Immunantwort junger Tiere beeinflussen, war der Krankheitsausbruch unter den Saugferkeln eindeutig auf eine fehlende Sauenimpfung zurückzuführen. Dass die Schadnagerbekämpfung und die Betriebshygiene im Fallbetrieb zu diesem Zeitpunkt ebenfalls verbesserungswürdig waren, dürfte das Krankheitsgeschehen potenziert haben.
Vermeintlich einfach sah am Ende die Lösung aus. Heute werden die Sauen, konsequent und penibel dokumentiert, alle drei Monate gegen Influenza und alle vier Monate gegen PRRS‑EU sowie Rotlauf bzw. Parvovirose geimpft. Dieses Impfregime wird bis auf Weiteres beibehalten. Andere Impfmaßnahmen (gegen Circovirus, Mycoplasma hyopneumoniae, PRRS-Virus) bei den Ferkeln werden wie gehabt weitergeführt.
Außerdem wurde die Schadnagerbekämpfung neu aufgestellt. Dazu zählte auch, dass die Büsche und Pflanzen direkt an den Ställen entfernt wurden. Anschließend wurde der angrenzende Stallbereich geschottert und gezielt wieder bepflanzt.
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