Немецкий Экономика
06.07.2026 Читать источник
В городе Хамм выявлен дефицит промышленных зон в районе Хессен
Новая градостроительная стратегия подтверждает, что район Хессен обладает минимальным потенциалом для развития коммерческой деятельности по сравнению с другими частями города. Из-за того, что большинство свободных участков находится в частной собственности, власти сталкиваются с трудностями при поиске мест для новых предприятий.
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Kaum Flächen, wenig Potenzial: Heessen ist Hamms Stiefkind beim Gewerbe
Uns auf Google folgenIn keinem Stadtbezirk gibt es so wenige Gewerbeflächen wie in Heessen. Eine Studie sollte nun in ganz Hamm Potenziale entdecken, findet aber auch keine günstigen Perspektiven für Heessen.
Heessen – Unter den sieben Hammer Stadtbezirken ist Heessen, was Gewerbe angeht, ein bisschen das Stiefkind. Lediglich 2,5 Prozent der Fläche werden gewerblich oder industriell genutzt. Mit 72 Hektar liegt der Stadtbezirk auch bei der Gesamtfläche im Stadtvergleich hinten – und das sogar mit Abstand, denn Pelkum als nächster Bezirk kommt bereits auf 122 Hektar.
Auch zukünftige Potenziale sind in Heessen rar. Das geht aus dem Masterplan Flächen für Arbeit hervor, den die Stadt nun vorgestellt hat. Dabei überrascht das umfangreiche Werk in Heessen sogar mit einer Fläche, die bislang nicht mit Gewerbe in Verbindung gebracht wurde.
Worum geht es?
Im neuen Masterplan wird für ganz Hamm bis 2035 ein zusätzlicher Gewerbeflächenbedarf von gut 30 Hektar angenommen, der durch Neuansiedlungen, Expansion und Umstrukturierungen von Unternehmen im produzierenden Gewerbe zustande kommt. Die vorgestellte Untersuchung erfasst den aktuellen Status quo, vor allem aber Potenziale, die nach einer möglichen Aktivierungsperspektive abgeklopft werden. Also wie wahrscheinlich es ist, dass die Flächen in absehbarer Zeit tatsächlich gewerblich genutzt werden können. Unterschieden wurde dabei in Hinblick auf verschiedene Kriterien nach günstiger, uneindeutiger und ungünstiger Perspektive.
Untersucht wurde unter anderem auch, wie die Verkehrsanbindung für Bus und Bahn sowie Radfahrer ist, welchen Versiegelungs- und Überbauungsgrad die Flächen aufweisen und wie es mit der Breitbandverfügbarkeit und der Versorgungsmöglichkeit aussieht.
Welche Gebiete hat der Masterplan identifiziert?
Sieben Gewerbe- und Industrieflächen identifiziert der Masterplan in Heessen. Mehr gibt es nur im Stadtbezirk Mitte. Darunter gut bekannte wie Auf dem Knuf, Ökozentrum, Hülskamp/Vogtskamp oder das Technologie- und Gründerzentrum (Hamtec). Zudem werden der Bereich Heessener Straße/Brökermersch mit den leer stehenden Gebäuden Möbel Boss und Hammer sowie das Gebiet Münsterstraße Ost (am Kreisverkehr nördlich vom Sachsenweg) gelistet.
Außerdem taucht überraschend der Westhofkamp auf, also die Ecke an Vogelstraße und Ennigerweg, auf der zum einen die Parkplatz-Erweiterung der Barbara-Klinik bereits realisiert wurde, und das freie Stück vor dem Bauernhof Vogel. „Es gibt sieben Gebiete in Heessen – und von einem wusste ich nicht“, meinte dazu die CDU-Fraktionsvorsitzende Gabriele Beltrop-Hengst in der jüngsten Sitzung der Bezirksvertreter.
Wie ist der Stand bei den genannten Gebieten?
Fünf der sieben Gebiete sind vom Entwicklungsstand „(weitgehend) realisiert“, wie es im Masterplan heißt. Dabei handelt es sich um Auf dem Knuf, Ökozentrum, Vogtskamp, Brökermersch und Hamtec. Als in Planung werden zwei Gebiete eingestuft. Wobei „Münsterstraße Ost“ schon mehrfach in früheren städtischen Planungen erwähnt wurde. Am Westhofskamp, als Sondergebiet ausgewiesen, wird zwar aufgeführt, gleichzeitig allerdings null Potenzial gesehen. „Das entspricht auch nicht den Leitlinien, die wir hier mit Wohnbebauung festgelegt haben“, so CDU-Ratsherr Arnd Hilwig.
Wo gibt es noch potenzielle Flächen?
Auf dem Knuf wird bei insgesamt 20,4 Hektar nur auf einer Fläche nahe der Bahn mittelfristig, also im Zeitraum von zwei bis fünf Jahren, eine günstige Aktivierungsperspektive gesehen. Dazu kommen zwei weitere kleinere Flächen am Leerfeldweg, die als uneindeutig eingestuft werden. Alle sind in Privatbesitz.
Beim Ökozentrum (29,2 ha) sind drei Flächen mit zusammen 1,6 Hektar als günstig gewertet. Dabei handelt es sich zweimal um das Gebiet am Ende der Dessauer Straße, wo zuletzt mit dem Abriss der Parkpalette weiterer Platz geschaffen wurde und Grundstücke bereits erworben werden können, sowie um freie Flächen zwischen Obi und Alfred-Fischer-Halle. Die sind in Privatbesitz, die Studie sieht eine mittelfristige Entwicklungsperspektive. Als uneindeutig wird zudem die bewaldete Fläche westlich des Afyionrings nördlich der Bahngleise erwähnt.
Am Hamtec (6 ha) sieht die Untersuchung einzig das 0,7 Hektar große Grundstück zwischen dem Rasenplatz vom BV 09 Hamm und dem Bahndamm als entwicklungsfähig an.
An der Brökermersch ist es seit der Schließung der Geschäfte unklar, wie es dort weitergeht. In der Studie sind die kompletten 1,9 Hektar weiter für Gewerbe vorgesehen, wegen der aktuellen Lage aber als uneindeutig eingestuft. Ein Bebauungsplan ist hier in Aufstellung. Keine Freifläche gibt es dagegen am Vogtskamp (8,4 ha).
Für die schon von der Stadt für Gewerbe anvisierten Flächen an der Münsterstraße gegenüber von Kaufland (3,8 von 5,4 ha), die landwirtschaftlich beziehungsweise minderwertig genutzt werden, wird ein Entwicklungszeitraum von zwei bis fünf Jahren angegeben. Da sie allerdings in Privatbesitz sind, wird die Aktivierungsperspektive als uneindeutig bewertet.
Was sagt die Lokalpolitik?
„Es fehlt an Flächen“, bilanzierte die CDU-Fraktionsvorsitzende Beltrop-Hengst den Masterplan für Heessen. Wo etwas frei sei, sei es in privater Hand. Bezüglich der Nachnutzung des Leerstands an der Brökermersch forderte sie von der Verwaltung und der Wirtschaftsagentur Impuls aktiv zu werden.
Grünen-Vertreter Jürgen Steinke begrüßte, dass auch das Thema Nachhaltigkeit in den Masterplan eingeflossen sei. Für alle aufgelisteten Gebiete wurden Handlungsansätze aufgeführt, zum Beispiel für grüne Infrastruktur und ÖPNV-Qualität. „Das bringt uns nach vorne“, sagte er.
Arnd Hilwig, Vorsitzender der Ortsunion Heessen, lobte den pragmatischeren Ansatz des Masterplans im Vergleich zu den Vorschriften am Ökozentrum, die seiner Meinung nach „teilweise zu hohe Standards“ gesetzt hätten, um für Unternehmer attraktiv zu sein. Die Frage ist aber nun, ob es gelingt, die Potenzialflächen auch tatsächlich zu entwickeln.
Für den Wohnungsbau im Stadtbezirk Heessen wurden übrigens 42 Hektar an Potenzialflächen festgestellt.
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