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09.09.2026 Читать источник
Беженец из Сирии Майид Оссо баллотируется в городской совет Ротенбурга за партию «Свободные избиратели»
38-летний предприниматель, бежавший из Сирии в 2010 году, выдвигает свою кандидатуру в местный парламент, чтобы способствовать развитию города и защите интересов малого бизнеса. Оссо, который уже получил гражданство Германии и успешно интегрировался в сообщество, критикует текущую политику других партий и обещает укрепить экономику и демографию Ротенбурга.
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Friseur aus Syrien kandidiert für den Rotenburger Stadtrat
Von: Lea Borner Uns auf Google folgen
Majid Osso ist 2010 aus Syrien geflohen und betreibt seit circa fünf Jahren einen Friseursalon in Rotenburg. Für die Freien Wähler tritt er nun an, weil er seiner zweiten Heimat etwas zurückgeben will.
Rotenburg – Er lächelt breit zur Begrüßung und bietet direkt seinen syrischen Kaffee an. „Ich bin ein bisschen nervös wegen Sonntag“, sagt Majid Osso, der für die Freien Wähler für den Rotenburger Stadtrat kandidiert. Mit ihm am Gartentisch sitzt Ratsmitglied und Parteikollege Günter Scheunemann – er sei hier, um zu unterstützen.
Aus Syrien geflüchtet – in Rotenburg frei und sicher
2010 ist Osso aus seiner Heimat in Nordsyrien geflohen, 2019 ist er eingebürgert worden. Der 38-Jährige lebt nun seit circa fünf Jahren mit seiner Frau und zwei Söhnen im Alter von sieben und vier Jahren in Rotenburg. Hier arbeitet er in seinem eigenen Friseursalon „Diamant Schere“ an der Großen Straße, hier fühlt er sich sicher und frei. Und möchte deshalb dafür sorgen, dass die Stadt „noch besser wird“.
Scheunemann betont: „Das ist gelungene Integration. Osso zeigt, dass es Leute mit Migrationshintergrund gibt, die sich engagieren – und die können auch gerne hier bleiben. Denn er setzt sich für unsere Heimat ein.“ So sei das nur logisch, betont Osso. Für ihn sei es selbstverständlich, dass Migranten sich engagieren und fleißig arbeiten. „Wenn ich selbst ein Migrant wäre, der nur faul zu Hause rumliegt, würde ich mich selbst abschieben!“, unterstreicht er. Für ihn sei egal, woher Menschen kommen, Hauptsache, sie seien gut und benehmen sich. Er fügt hinzu: „Wer, wie ich, nach Deutschland kommt, muss auch arbeiten und sich an die Gesetze halten.“
Gegen Teilsperrung der Goethestraße
Den Freie-Wähler-Kreisvorsitzenden hat er übrigens vor einigen Jahren beim Haareschneiden kennengelernt. Stundenlang hätten sie sich in den Folgejahren über Politik unterhalten. Scheunemann sagt: „Da habe ich gemerkt, der argumentiert ja wie ich.“ Osso ergänzt, dass er sich entschlossen habe, politisch aktiv zu werden, und sich dafür alle Wahlprogramme der lokalen Parteien durchgelesen habe.
„Ich wollte die Partei finden, die am, besten zu mir passt“, betont er. Dazu sei es ihm sehr wichtig gewesen, alle Programme zu kennen. Bereits beim ersten Lesen habe ihn das Wahlprogramm der Freien Wähler zu 100 Prozent überzeugt. Mit Scheunemann habe er auch persönlich gemerkt, dass es passt. Vor etwa einem halben Jahr sei Osso der Partei beigetreten. „Die anderen Parteien sprechen aus meiner Sicht nur und tun am Ende nichts oder noch schlimmer das Falsche“, sagt Osso.
Für ihn ist beispielsweise die Diskussion um die Teilsperrung der Goethestraße unsinnig. „Das schadet den Geschäften und sorgt für eine noch leerere Innenstadt“, betont der 38-Jährige. Der Leerstand in der Innenstadt mache ihn traurig. Der Selbstständige fordert mehr Vielfalt im Einzelhandel. Er wolle außerdem die Demokratie und die Wirtschaft stärken, für eine gute Kinderbetreuung sowie weniger Einschränkungen für Landwirte eintreten und Feuerwehren unterstützen. Auf Detailfragen, wie die Stadt diese Ziele erreichen kann oder wie er sich die Zukunft Rotenburgs vorstellt, hat er noch keine Antwort. Nach seinen Stärken gefragt, nennt er nach kurzem Zögern seine Offenheit, Freundlichkeit und sein Mitwirken in der Gesellschaft.
Sicherheit und Freiheit in Rotenburg
In seiner Freizeit ist Osso Hobbyfußballer und Schiedsrichter in Kirchwalsede. Sein Lieblingsverein ist jedoch der VfL Osnabrück, gesteht er. „Ich muss da ehrlich sein, ich habe zehn Jahre in Osnabrück gelebt und meine Liebe zum dortigen Verein ist geblieben. Das macht mir Freude, auch wenn ich weiß, dass mich das hier eher unbeliebt macht“, sagt er und grinst. Um näher bei seiner Familie, wie etwa bei seiner Schwester und seinen Cousins, zu sein, ist er nach Rotenburg gekommen. Hier hat er seitdem seinen Friseursalon mit mittlerweile fünf Mitarbeitern.
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Osso sehe sich längst als Deutschen, was natürlich nicht bedeute, dass seine Identität nicht auch in seiner ursprünglichen Heimat Syrien verwurzelt sei. „Ich bin wegen des Krieges geflohen, nicht wegen Geld oder so. Wir konnten in Syrien einfach nicht mehr sicher und frei leben“, erklärt er. An Rotenburg schätzt er die Ruhe und Sicherheit. Er vermisst jedoch das syrische Essen und im regnerischeren Norddeutschland das sonnigere Wetter Syriens.
„Ich will für Rotenburg einfach alles mir Mögliche tun. Egal, ob ich im Stadtrat sitze oder nicht“, sagt er angesichts seines Listenplatzes 3 bei den Freien Wählern und der damit geringen Chancen, in den Rat gewählt zu werden. „Wenn ich es nicht schaffe, bleibe ich engagiert, und zwar so lange, bis es klappt“, sagt er augenzwinkernd. Er bleibe optimistisch, er habe immerhin eine Chance, auch über Direktstimmen, in den Stadtrat zu kommen.
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