Немецкий Культура
03.09.2026 Читать источник
В Соесте отметили 50-летие дружбы с фламандскими солдатами
В городе Соест прошли торжества, посвященные пятидесятилетию немецко-фламандской дружбы и 25-летию пребывания бельгийской бригады. Мероприятия объединили жителей города и бывших военнослужащих, чья история превратилась в пример гармоничного соседства.
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Flämische Kirmes in Soest: Als die deutsch-belgische Freundschaft gefeiert wurde
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Die Flämische Kirmes war einer der Höhepunkte der deutsch-belgischen Freundschaft in Soest. Vor 50 Jahren wurde dabei ein besonderes Jubiläum gefeiert.
Soest – Die Soester und die Belgier, das ist eine Geschichte, die von dauerhaften, herzlichen Verbindungen erzählt. Ehemalige Soldaten aus dem benachbarten Königreich denken gern an die Zeit in der westfälischen Garnisonsstadt. Soester, die sich erinnern, wie aus den einstigen Besatzern enge Freunde und gute Nachbarn wurden, erwähnen oft die Bereicherung des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens, insbesondere auch die schönen Feste.
Die Familien feierten zusammen
Die Deutsch-Belgische Woche mit der beliebten Flämischen Kirmes bleibt unvergessen. Im Spätsommer 1976 stand das große Ereignis im Zeichen eines Jubiläums: Seit 25 Jahren war der Stab der 4. Panzerinfanteriebrigade in Soest beheimatet. Deshalb sollte sich, wie damals in unserer Zeitung zu lesen war, auch in der Veranstaltungsfolge das glänzende Verhältnis der Belgier und der Soester Bevölkerung manifestieren. Viele Familien feierten zusammen, denn auch Angehörige aus dem Mutterland der Soldaten hatten sich in großer Zahl auf den Weg nach Soest gemacht. Welche Bedeutung der völkerverbindenden Begegnung beigemessen wurde, spiegelte sich schon im Stadtbild, denn in etlichen Soester Schaufenstern standen Fotos des Monarchenpaares Baudouin und Fabiola.
Hörens-, Sehens- und Erlebenswertes sei zu erwarten, hielt der Berichterstatter unserer Zeitung vor 50 Jahren fest. In Soest dürfe man sich auf ein Programm freuen, das zum Auftakt vom militärischen Zeremoniell auf dem Petrikirchhof über Konzerte an Hansastraße, Rathaus und Ratsbrunnen bis hin zum Trubel im Jahnstadion samt prächtigem Höhenfeuerwerk reiche. Die Flämische Kirmes wartete unter anderem mit Ponyreiten, Modellbauausstellung, Torwand, Glücksrad und Kegelbahn auf. Hunger und Durst konnten im Zeltrestaurant sowie an mehreren Ständen gestillt werden. Natürlich fanden die goldbraunen, krossen Fritten reißenden Absatz.
Nach der musikalischen Einstimmung am Freitagabend und dem farbenprächtigen Schauspiel an dem durch pyrotechnische Effekte beleuchteten Himmel lief das lustige Kirmes-Treiben das ganze Wochenende. In unserer Zeitung stand: „Am Samstag und Sonntag vergnügte sich dann der Nachwuchs mit seinen Eltern im Jahnstadion. In den zu Buden umfunktionierten Armee-Zelten konnten sie ihre Geschicklichkeit beim Schießen, Eimerwerfen, Nägeleinschlagen, Ringwerfen und bei Wasserspielen unter Beweis stellen.“ Der DRK-Fanfarenzug spielte zur Unterhaltung. Mitglieder des Schäferhund-Vereins Soest-Westend führten die Ergebnisse des Trainings mit ihren Tieren vor.
Scharen von Schaulustigen
Auf dem Petrikkirchhof wehten am Freitagnachmittag die National-, Stadt-, und Nato-Fahnen, als sich die Tribüne mit allen füllte, die in der Umgebung Rang und Namen hatten, auch mit deutschen, belgischen und britischen Offizieren. Scharen von Schaulustigen säumten den Platz. Und dann ging es los! Der Autor unserer Zeitung notierte: „Angeführt von den ,Blauen Jungs’ des belgischen Marine-Musikkorps marschierten die Abordnungen der Regimenter, bereichert um Fahnendelegationen in malerischen Traditionsuniformen, und ein Zug des Unteroffiziers-Lehrgangs des Flugabwehrraketenregimentes 13, dem das Düsseldorfer Heeresmusikkorps 7 aufspielte, von der Ulrichergräfte in die City ein.“ Wie es die Überlieferung verlangte, stoppten zunächst zwei „Landsknechte“ den Aufzug.
Zur Inszenierung gehörte auch dies: Leicht verlegen hörten die in mittelalterlicher Kluft steckenden Jung-Grenadiere zu, als der Kommandant den Text der Urkunde vorlas, die seit 1968 die Stadtbürgerschaft der Brigade fixierte und ihr gestattete, mit wehenden Fahnen bei aufgepflanztem Bajonett durch Soest zu ziehen. Erst dann gaben die gekreuzten Hellebarden den Weg frei.
„Wir sind hier glücklich“
Oberst Stevens würdigte in seiner Ansprache „an die lieben deutschen und belgischen Mitbürger“ das aktive Zusammenleben und sagte: „Wir sind hier glücklich und fühlen uns zuhause.“ Er ging auf die vielfältigen menschlichen, sozialen, künstlerischen und sportlichen Kontakte ein, betonte aber auch, dass es damit nicht getan sei, sondern es weiterhin gelte, die gegenseitigen Beziehungen dauerhaft zu vertiefen: „Das ist unsere gemeinsame Aufgabe für die kommenden Jahre.“
Soests damalige Bürgermeisterin Ingrid Kipper verband die Glückwünsche zum „Silbernen“ der Brigade mit der Freude über das problemlose Miteinander, das sich nicht von oben anordnen lasse, sondern von der Initiative Einzelner ausgehe. Die Gemeinsamkeit kam auch zum Ausdruck, als der Brigadekommandeur einem jungen Artillerie-Gefreiten, der wenige Wochen zuvor ein vierjähriges Kind vor dem Ertrinken im Großen Teich bewahrt hatte, im Namen des Königs einen Orden überreichte und Ingrid Kipper dem Lebensretter mit einem Wappenteller dankte.
Spuren hinterlassen
Soest wurde nach dem Zweiten Weltkrieg zum Standort für belgische Streitkräfte, hauptsächlich flämische Soldaten waren hier stationiert. Die offizielle Militärpräsenz endete mit dem Abzug in den frühen 1990er-Jahren. Die Belgier haben Spuren im Alltag hinterlassen. Viele fühlten sich hier so wohl, dass sie dauerhaft Wurzeln schlugen und mit ihrer Familie in Soest blieben.
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