Немецкий Политика
06.07.2026 Читать источник
Немецкий журналист признался, что готов защищать страну оружием, и обвинил левых в лицемерии
Автор книги о своем отказе от пацифизма заявил, что отказ одного отца от отправки сына на войну означает предательство детей других. Он утверждает, что многие бывшие левые интеллектуалы перешли на позиции правых националистов, ставя интересы государства выше жизни отдельных людей.
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Ein Konzert des Liedermachers Reinhard Mey in Oberhausen, einige Monate nach Beginn des Ukraine-Kriegs im Jahr 2022. Die Arena ist prall gefüllt, mittendrin der Journalist und Theologe Stephan Anpalagan.
Die Menge fordert eine Zugabe, will unbedingt die pazifistische Hymne Nein, meine Söhne geb ich nicht hören, in der ein Vater erklärt, dass er seine Kinder nicht zum Sterben in den Krieg schicken will. Mey verweigert dem Publikum den Wunsch, spielt stattdessen Über den Wolken und Gute Nacht, Freunde.
Diese Szene schildert Anpalagan in seinem neusten Buch Für den Frieden. Widerruf meiner Kriegsdienstverweigerung, in dem er erklärt, dass er bereit wäre, Deutschland mit der Waffe zu verteidigen. Sie steht paradigmatisch für ein linksliberales Milieu, das sich zwar noch einer kritischen linken Öffentlichkeit zugehörig fühlt, von deren Werten aber gelöst hat und mittlerweile rechte Talking Points vertritt.
„Noch vor Kurzem hätte ich den vielen Facetten über die Beziehung eines Vaters zu seinen Kindern und den politischen Bekundungen in diesem Lied zugestimmt“, so Anpalagan über Nein, meine Söhne geb ich nicht. Er höre das Anti-Kriegslied immer noch gerne, schreibt aber: „Ich bin mit seiner Aussage nicht weiter einverstanden.“ Heute kommt Anpalagan zu einem anderen Schluss: „Wer seine eigenen Söhne nicht gibt, liefert die Kinder der anderen aus.“
Das Land muss sich gegen eine äußere Bedrohung wappnen
Anpalagan ist mit seinem Sinneswandel nicht allein. Zahlreiche Männer in Deutschland erklären in Talkshows und Feuilletons, dass sie heute, mit Blick auf den Ukraine-Krieg und die Bedrohung durch Russland anders auf die Bundeswehr blicken als noch vor einigen Jahren. Viele Linke haben ihr Verhältnis zum deutschen Staat geändert und argumentieren, dass sich das Land militärisch gegen eine äußere Bedrohung wappnen müsse und es Menschen brauche, die ihr Leben für die Rettung der liberalen Demokratie aufs Spiel setzen.
Nicht nur Stephan Anpalagan, sondern auch Punks wie der Tote-Hosen-Sänger Campino brüsten sich mit ihrer persönlichen Zeitenwende und machen sich für die Verteidigungsfähigkeit der Bundesrepublik stark. Eine ähnliche Streitschrift wie Anpalagan hat auch der Journalist Artur Weigandt bereits im vergangenen Jahr geschrieben. Weigandt erklärt in seinem Buch Für euch würde ich kämpfen: Mein Bruch mit dem Pazifismus, warum er für seine Mitmenschen zur Waffe greifen würde.
Wer diese Bücher liest, merkt schnell, dass die Autoren (es sind immer Männer) gar nicht mehr so progressiv klingen, wie sie es angeblich einmal waren. Stattdessen klingen sie wie rechte Nationalisten. Artur Weigandt schreibt etwa von der „alten Angst vor Nationalismus, vor falschem Stolz“, die jede Geste des Respekts lähme, „selbst wenn sie längst überfällig wäre“.
Auch der in Sri Lanka geborene Journalist Anpalagan, der bis 2021 noch eine Kolumne im Neuen Deutschland hatte, kritisiert Bundeskanzler Friedrich Merz jetzt von rechts, wenn er sich um das deutsche Volk im Verteidigungsfall sorgt: „Wer aus der politischen Führung unseres Landes sollte in einem solchen Fall das Volk einen? Wer will es einstimmen auf eine schmerzhafte und langwierige Verteidigung? Wer wird deutsche Familien dazu auffordern, ihre Kinder in den Krieg zu schicken? Und ihnen erklären, wofür sie kämpfen sollen? Ich frage mich das jeden Tag. Aber offensichtlich weiß das nicht einmal unser Bundeskanzler.“ Das klingt weniger nach progressivem Journalisten und mehr nach AfD.
Vielleicht waren sie nie links
Diese Linksliberalen, die heute für mehr Aufrüstung trommeln, vertreten zwar eine legitime Position im demokratischen Diskurs, aber sie sind unehrlich: Denn sie verstecken sich hinter einem progressiven, moralischen Gewand, obwohl sie längst die Denkweise der Rechten übernommen haben: Etwa die, dass das Überleben des deutschen Staats am Ende wichtiger ist als das Leben des Einzelnen.
Sinnbildlich möchte man wie Anpalagan immer noch auf dem Konzert eines staatskritischen Liedermachers tanzen, zu Liedzeilen wie: „Die werden keine Waffen tragen/Nein, meine Söhne geb ich nicht“. Anschließend drängt man seine Mitmenschen dazu, im Zweifelsfall die eigenen Söhne zu opfern.
Vielleicht waren diese Linksliberalen auch nie links, sondern haben immer die bequemste Position gewählt. Solange der Pazifismus niemanden störte, waren sie Pazifisten. Jetzt, wo der Staat zum Krieg trommelt, ziehen sie mit. Dass Pazifismus jedoch eine universalistische Idee ist, die gerade dann gefordert ist, wenn die Bedrohung ganz nah ist, haben sie wohl vergessen.
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«Синдром левой правизны: как либеральные интеллектуалы и пацифисты изменили позицию в поддержку войны в Украине»
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