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16.07.2026 Читать источник
66-летняя поэтесса из Мюльхайма выпустила первую книгу стихов и доказала, что творить никогда не поздно
Бывший зубной техник Астрид Нёль опубликовала сборник «Seelenfedern», в котором через лирику исследует человеческую душу и связь с природой. Автор, вдохновленная личной трагедией и поддержкой читателей, планирует в будущих изданиях затрагивать острые социальные темы, такие как климатический кризис.
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Erster eigener Band veröffentlicht: Mühlheimer Lyrikerin berührt Leser mit gefühlvollen Gedichten
Uns auf Google folgenDie Mühlheimerin Astrid Nöll hat vor einigen Jahren ihre Leidenschaft für Lyrik entdeckt. Inzwischen hat sie sogar einen eigenen Band mit Gedichten veröffentlicht – und weitere sollen folgen.
Mühlheim – „Eigentlich wollte ich nie etwas mit kreativem Schreiben zu tun haben“, sagt Astrid Nöll und kann sich ein leichtes Lächeln nicht verkneifen. Die 66-Jährige aus Mühlheim ist der beste Beweis dafür, dass es niemals zu spät ist, einer gänzlich neuen, oder längst vergessen geglaubten Leidenschaft nachzugehen.
Nöll ist Lyrikerin, verfasst seit einigen Jahren Gedichte in verschiedenen Formen und Formaten, verleiht ihren Gedanken und Gefühlen auf diese Weise Ausdruck. Vor Kurzem hat sie mit „Seelenfedern“ ihr erstes eigenes Buch veröffentlicht. Darin befasst sich die gelernte Zahntechnikerin in kurzen, mal in Reimform, mal als freie Verse verfassten Texten mit der menschlichen Seele, der Verbundenheit zur Natur sowie den feinen Nuancen zwischen Hoffnung und Schmerz.
Kreativität im Ruhestand entdeckt
„In Zeiten, in denen wir uns mit einer Vielzahl an Herausforderungen und Krisen konfrontiert sehen, möchte ich den Leuten ein wenig Hoffnung und Licht mit auf den Weg geben“, sagt Nöll über ihr Werk. Ihre Inspiration zieht die gebürtige Offenbacherin in erster Linie aus ganz alltäglichen Beobachtungen und Situationen. „Ich schöpfe beispielsweise viel Kraft aus der Natur, inzwischen gibt es kaum noch Tage, an denen ich mal nichts aufschreibe“, sagt sie.
Und das, obwohl sie eigentlich nie vorhatte, eines Tages in Richtung Lyrik vorzustoßen. „Ich habe zwar schon während der Schulzeit gerne Gedichte gelesen, wäre aber nie auf die Idee gekommen, selbst welche zu schreiben“, erzählt Nöll. Stattdessen ergreift sie einen handwerklichen Beruf, wird Zahntechnikerin, arbeitet bis zu ihrem Ruhestand 2019 in diesem Bereich. „Und dann hatte ich plötzlich Zeit für Kreativität, habe angefangen, Bilder zu malen und war damit sogar auf ein paar Ausstellungen unterwegs“, berichtet die Mutter eines erwachsenen Sohnes. Bestärkt durch ihre positiven Erfahrungen wagt sich Nöll anschließend auch immer weiter in Richtung Lyrik vor, verfasst zunehmend eigene Gedichte, findet auf diesem Wege langsam aber sicher ihren eigenen literarischen Stil.
„Ich glaube, dass diese Veranlagung schon immer in mir verankert war und nur darauf gewartet hat, endlich hervortreten zu können“, ist die Mühlheimerin sicher. Ihre ersten Gehversuche, die eigenen Gedanken und Gefühle auf Papier festzuhalten, liegen sogar noch deutlich länger zurück. 2003 stirbt ihr Vater unerwartet an einem Herzinfarkt, für Nöll verändert sich das Leben schlagartig. „Das war für mich ein sehr einschneidendes Erlebnis. Da habe ich zum ersten Mal so richtig am eigenen Leib erfahren müssen, was es heißt, wenn von heute auf morgen alles Kopf steht.“
Als dann ein halbes Jahr später auch noch ihre Mutter stirbt, findet sie Halt in Gedichten, verarbeitet auf diese Weise die Trauer und den Schmerz. „Mir hat das damals sehr geholfen und ich hoffe, dass ich anderen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, mit meinen Texten eine Stütze sein kann“, sagt die 66-Jährige.
Dabei habe sie sich lange Zeit nicht getraut, ihre Werke zu veröffentlichen. Erst als sie 2024 auf eine Lyrik-Gruppe im Internet stößt, entscheidet sich Nöll dazu, dort ihre Gedichte zu teilen. „Ich dachte mir: Jetzt bin ich so alt, da habe ich auch nichts mehr zu verlieren“, scherzt die Ruheständlerin. Seitdem sind ihre Texte in zahlreichen Magazinen und Anthologien verschiedener Verlage erschienen.
In den sozialen Netzwerken verfolgen zudem ebenfalls einige Leser ihre noch junge Reise als Künstlerin. „Ich mache das nicht, um berühmt zu werden – ich freue mich einfach, wenn es da draußen ein paar Menschen gibt, die ich mit meinen Gedichten berühre“, so Nöll. Ihre Botschaft: „Es ist nie zu spät, um ein Buch zu schreiben, mit der Malerei anzufangen oder sich anderweitig kreativ auszuleben.“
Weitere Werke bereits in Planung
Nach „Seelenfedern“ hat die Mühlheimerin ihre nächsten drei Bände, wie sie sagt, schon „produktionsbereit in der Schublade liegen“. Im Folgewerk will die 66-Jährige allerdings dunklere Töne anschlagen, gesellschaftskritische Themen wie etwa den Klimawandel und den drohenden Verlust der Demokratie behandeln. „Aber ohne die Moralkeule zu schwingen.“
Unterstützt wird Nöll vom Offenbacher Autor Helmut Barz, der schon für „Seelenfedern“ unter anderem die Gestaltung des Covers sowie das Layout übernommen hat. „Er ist gewissermaßen mein Lektor – ohne ihn hätte es das Buch in dieser Form niemals gegeben“, stellt sie klar.
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