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03.09.2026 Читать источник
Новый электросудно «EMS Gmund» усилило флот на Тегернзее: тишина и экологичность
С 2 сентября на озере Тегернзе начал курсировать новый полностью электрический катер «EMS Gmund», который работает на батареях и солнечной энергии. Капитан судна отметил, что отсутствие двигателя обеспечивает полную тишину, а современный дизайн позволяет перевозить до 180 пассажиров с комфортом.
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Elektroschiff „EMS Gmund" fährt am Tegernsee – „Man hört nichts"
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Das neue Elektroschiff „EMS Gmund" verstärkt seit 2. September die Flotte der Bayerischen Seenschifffahrt am Tegernsee. Kapitän Florian Fischbacher steuert das Schiff mit einem Fahrhebel statt Steuerrad.
Tegernsee – Für Bayerns Finanz- und Heimatminister Albert Füracker ist die neue vollelektrische „Gmund“ ein echtes Vorzeigeschiff. Eingeweiht und getauft bei einem Festakt mit Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kulturgemeinde München und Oberbayern, als Patin, verstärkt sie offiziell seit gestern die weiß-blaue Flotte der Bayerischen Seenschifffahrt am Tegernsee. Der Gmunder Florian Fischbacher (33), stellvertretender Betriebsleiter der Schifffahrt am Tegernsee, ist einer der Kapitäne, die die „Gmund“ steuern dürfen. Im Interview erklärt er einige Details, die das Schiff so besonders machen.
Herr Fischbacher, wie lange haben Sie denn gebraucht, um das Elektroschiff zu beherrschen?
Das kann man schwer sagen. Ich hatte nämlich das große Glück, von Anfang an dabei zu sein. Also von der Planung bis zum Bau und zur Auslieferung.
Sie waren also auch in der Lux-Werft in Niederkassel bei Bonn vor Ort?
Ja, mehrmals. Und ich durfte auch beim Transport nach Tegernsee dabei sein. Das war wirklich herausfordernd spannend, aber es hat alles total gut geklappt.
Wie viele Kollegen dürfen die neue „Gmund“ denn steuern?
Wir sind aktuell zu viert und wurden speziell geschult, waren dafür tageweise im Einsatz. Jeder hat mehrere Tage dafür aufgewendet. Wir haben geschaut, dass wir für den Anfang ein stabiles Team dafür bilden. Auf den anderen Schiffen sind wir natürlich auch noch im Einsatz.
Worin unterscheidet sich das E-Schiff von einem normalen Schiff?
Der Unterschied ist enorm, weil das Schiff total leise ist. Man hört nichts, man spürt nichts. Bei Dieselmotoren hat man immer Vibrationen. Wie beim E-Auto ist das Schiff sofort da und zieht ab. Da braucht‘s kein Einkuppeln. Das ist wirklich sehr schön.
Was ist im Führerstand anders als bei der alten „Gmund“?
Wir sagen auch Steuerstand. Schauen Sie her: Es ist doch ein totaler Unterschied zur alten „Gmund“ mit dem Baujahr 1968. Das ganze Material ist anders, wir haben mehrere Kameras, Monitore und Displays. Der größte Unterschied ist, dass wir kein Steuerrad mehr haben, sondern einen Fahrhebel.
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Wo befinden sich die Batterien?
(Fischbacher öffnet eine Luke, die in den Bauch des Schiffes führt) Sie befinden sich im Technikraum, wo zwei Batteriekreise aufgebaut sind mit jeweils 400 Volt. Jeder Stromkreis funktioniert notfalls autark für sich. Zu beiden Seiten, Steuerbord und Backbord, stehen je acht Batterien zu je 72,4 kWh. Jede wiegt 450 Kilo.
Welche Reichweite hat das Schiff?
Da die Gesamtkapazität der Batterien bei rund 1150 kWh liegt, und wir einen Tagesverbrauch von 660 kWh haben, kommen wir locker hin für unsere normalen Rundfahrten, von denen wir neun Stück am Tag machen. Wohlgemerkt: Die „Gmund“ ist nur auf den kleinen Rundfahrten, also zwischen Tegernsee, Rottach-Egern und Bad Wiessee, im Einsatz. Wir haben also einen Strompuffer, den wir auch brauchen, für Sturm oder für sonstige Einsätze. Wir können maximal eine Geschwindigkeit von 22 km/h fahren. Was wir aber nicht tun. Wir fahren nur mit etwa 13 km/h. Die Fahrgäste sollen es ja gemütlich haben und was sehen.
Wie klappt das mit der Ladeinfrastruktur?
An Land an den Bootshütten in Tegernsee haben wir zwei Anschlüsse, die extra gebaut werden mussten. Es handelt sich um Öko-Strom vom E-Werk Tegernsee. Das Schiff verfügt über ein überdachtes Sonnendeck mit einer PV-Anlage zur Stromerzeugung. Das sind bifaziale, also beidseitige Solarmodule.
Das Schiff ist behindertengerecht.
Man kann mit Rollstühlen sogar nach draußen, da hat man viel Platz. Wir haben Sanitäreinrichtungen mit einem Behinderten-WC. Das gab‘s auf der alten „Gmund“ alles nicht. Auch gibt‘s jetzt einen Getränke- und Eisautomaten.
Das Schiff ist mit gut 25 Metern Länge weder ein kleines noch ein großes...
Es ist ideal, für maximal 180 Fahrgäste. Und wenn ich es jetzt so in echt sehe, muss ich sagen: echt schön.
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