Немецкий Культура
07.09.2026 Читать источник
В Олденбурге пройдет музыкальная шоу-программа доктора Попа к 80-летию газеты NWZ

Доктор Поп, музыковед и комик, представит свое шоу «Музыкальная временная машина» в рамках празднования юбилея издания. Мероприятие состоится 23 сентября в Культурном центре Олденбурга и посвящено влиянию музыки на жизнь и общество.
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Musikkabarett: Wenn Musik als Hirnschrittmacher fungiert
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Wir reagieren auf nichts so schnell wie auf Sounds, Tonfolgen und Musik. Sie wecken Erinnerungen, verbinden Generationen und stecken voller Überraschungen. Genau hier setzt Dr. Pop an: Der promovierte Musik- und Medienwissenschaftler verbindet Comedy und Musikwissen zu einer einzigartigen Show. 1982 geboren in Essen als Markus Henrik, ist er als Musikkabarettist, Stand-Up-Comedian, Moderator und Autor erfolgreich. Mit seinem Programm „Von Vinyl bis Viral – Dr. Pops musikalische Zeitreise“ tritt er anlässlich des 80. Geburtstags der Nordwest-Zeitung (NWZ) am 23. September in der Oldenburger Kulturetage auf.
Aus Markus Henrik wurde Dr. Pop: Gibt es einen Soundtrack Ihres Lebens?
Dr. Pop Vielleicht ist es das „Concerto for Group and Orchestra“ von 1969. Zum ersten Mal kamen mit Deep Purple und dem Royal Philharmonic Orchestra in London Rock und Klassik zusammen. Darüber habe ich meine erste ausführliche wissenschaftliche Arbeit geschrieben, aber das Vermitteln zwischen verschiedenen Musikwelten gefällt mir auch als Lebensthema.
Mit welcher Musik wurden Sie groß; was lief zu Hause bei Ihren Eltern?
Dr. Pop Ich persönlich liebe Motown-Musik und alles, was handgemacht ist. Billy Joel, Queen, Beatles – großartig. Meine Eltern hörten viel ABBA, das war mir als Kind etwas zu kitschig, aber mittlerweile habe ich als Musikwissenschaftler kapiert, was für eine Produktions- und Kompositionskunst dahintersteckt.
Sie sind selbst Musiker: Welches Instrument haben Sie als erstes gespielt?
Dr. Pop Wie viele von uns: die Blockflöte! Ein wenig zwangsweise in der Grundschule. Vor 40.000 Jahren gab es übrigens die ersten Knochenflöten. Dann brauchte es etwa 37.000 Jahre, bis erste Saiteninstrumente hinzukamen. Vielleicht muss man das im Schulunterricht ein wenig nachempfinden – es gibt aber auch tolle Flöteneinsätze, in „Stairway to Heaven“ sind zum Beispiel welche drin.
Warum ist die musikalische Grundausbildung für Kinder so wichtig?
Dr. Pop An Schulen, an denen Musikunterricht stattfindet, gibt es Studien zufolge weniger Mobbing. Musikunterricht kann sich außerdem positiv auf Fähigkeiten auswirken, die auch in Fächern wie Mathe und Physik wichtig sind. Und Kinder aus einkommensschwachen Familien bekommen dadurch häufig überhaupt erst Zugang zu Musik.
Der Musikunterricht steht immer wieder auf der Kippe: Warum stärkt Musik die Gemeinschaft?
Dr. Pop Wir lernen durch Musik, aufeinander zu hören, einen Takt zu finden. Daher kann Musik demokratiestärkend sein. Außerdem kann man dadurch Emotionen kanalisieren. Wer auf die Pauke haut, haut im besten Falle auf dem Schulhof weniger die Mitschüler.
Sie sind ein Frühaufsteher, heißt es – mit welchen Musikstücken werden Sie hellwach?
Dr. Pop „Space Oddity“ von David Bowie weckt einen sanft aus dem Schlaf. Damit steigt man förmlich auf. Aus der Musikforschung gibt es übrigens Hinweise darauf, dass es angenehmer und weniger stressauslösend sein kann, sich mit Musik statt mit Alarmtönen wecken zu lassen. Und wenn man dann tagsüber viel vorhat: am besten „Eye of the Tiger“ hören. Frühaufsteher bin ich ganz sicher, wenn ich ins Frühstücksfernsehen muss. Dann klingelt der Wecker gegen 4.30 Uhr und da hilft zum Wachwerden das Gesamtwerk von Napalm Death.
Musik tut der Gesundheit wohl, heißt es. Ist es dabei gleich, ob wir selbst musizieren oder nur das Radio anmachen?
Dr. Pop Musik in sein Leben zu lassen, ist immer eine gute Idee. Selbst zu musizieren ist die Königsdisziplin und gesund für Geist und Körper. Allein das regelmäßige Singen unter der Dusche kann das Selbstbewusstsein stärken und sich positiv auf das Wohlbefinden auswirken. Und hier kann man auch richtig laut werden, eher als morgens in der Straßenbahn auf dem Weg zur Arbeit.
Wir sind alle gestresst – hilft uns nur die Kuschelrock-LP, um herunterzukommen?
Dr. Pop Es gibt Leute, die kommen bei Heavy Metal runter. Ich hatte mal einen Schulkollegen, der hat Metal zu Matheaufgaben gehört. Der ist mittlerweile Fluglotse. Wir müssen unsere persönlichen Musiktricks mit der Zeit finden. Aber klar, langsamere Musik kann nachweislich unseren Herzschlag beruhigen. Das wird unter anderem mit unserer frühen Wahrnehmung von Rhythmus und Herzschlag im Mutterleib in Verbindung gebracht: Darauf gehe ich an einer ruhigen Stelle in meinem Live-Programm „Hitverdächtig“ ein.
Warum wird Musik als Therapie eingesetzt, bei Demenz-Erkrankten und Alzheimer-Patienten? Was kann sie neurologisch bewirken?
Dr. Pop Musik kann wie ein Hirnschrittmacher fungieren. Sie aktiviert nämlich viele verschiedene Regionen des Gehirns, sie spricht Emotionen, Motorik und Sprachverarbeitung an – also kann sie auch unterschiedliche Bereiche beleben. Gewisse Melodien vergessen wir ein Leben lang nicht, das ist wundervoll.
Jedes Leben ist endlich. Welches Musikstück soll auf Ihrer Beerdigung gespielt werden?
Dr. Pop Von Wham!: „Wake Me Up Before You Go-Go“
Oliver Schulz
Redaktion Kultur/Medien (Ltg.)
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