Немецкий Культура
25.08.2026 Читать источник
Desigual и Ottolinger представили коллаборацию, вдохновленную архивом бренда и культурой Ибицы

Дизайнеры Ottolinger создали новую коллекцию для Desigual, основанную на редких архивных принтах и спонтанном творческом процессе 1980-х годов. Результатом работы стало объединение яркого наследия испанского бренда с экспериментальной эстетикой немецкого лейбла.
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Desigual x Ottolinger: So sieht die Kollektion aus.
Auf den ersten Blick liegen Berlin und Ibiza weit auseinander – modisch verbindet die beiden Orte jedoch eine gewisse Lust am Ungezähmten. Genau dort treffen sich jetzt Ottolinger und Desigual: zwei musteraffine Labels, die Farbe, Prints und Regelbrüche zu einem Teil ihrer Identität gemacht haben. Ottolinger – eines der beliebtesten deutschen Independent-Labels (Unser VOGUE-Germany-Porträt aus der Reihe "Stil, von hier" aus der Mai-Ausgabe 2024 können Sie hier digital nachlesen.) – hat seine experimentelle Designsprache bereits in namhaften Zusammenarbeiten mit Marken wie Camper, G-Star oder Puma weitergedacht.
Für Desigual tauchten Christa Bösch und Cosima Gadient nun tief ins Archiv ein – und stießen dort auf eine überraschend wilde Seite der 1984 gegründeten Marke, geprägt vom Lebensgefühl Ibizas, von Raves und Clubkultur. Im VOGUE-Interview spricht Cosima Gadient darüber, wie aus dieser gemeinsamen jugendlichen Energie eine Kollektion entstand, die Desiguals Vergangenheit mit Ottolingers Gegenwart verbindet.
Cosima Gadient von Ottolinger im VOGUE-Interview
VOGUE: Welche Assoziationen ruft Desigual bei Ihnen hervor – und wie passen sie zur Persönlichkeit von Ottolinger?
Cosima Gadient (Ottolinger): Als Desigual uns vor rund eineinhalb Jahren für die Zusammenarbeit angefragt hat, hatte ich zunächst die Assoziationen, die viele mit der Marke verbinden: auffällige Prints, kräftige Farben und diese sehr expressiven Jersey-Kleider. Genau deshalb fanden wir es spannend, ins Archiv in Barcelona einzutauchen und zu sehen, was darüber hinaus noch existiert.
Im Nachhinein habe ich verstanden, wie vieles Stilistische eigentlich seinen Ursprung in der Zeit rund um die Gründung von Desigual im Jahr 1984 auf Ibiza hat – das war mir vorher gar nicht bewusst. Als wir schließlich im Archiv waren, hat mich vor allem die Energie beeindruckt. Es wirkte wild, chaotisch und sehr frei, als gäbe es keine Regeln. Natürlich gibt es sie, aber der kreative Umgang mit Materialien, Mustern und Ideen vermittelt genau dieses Gefühl von Offenheit und Experimentierfreude. Diese ungezügelte, fast rebellische Seite von Desigual fanden wir besonders spannend. In diesem Punkt sind wir Ottolinger durchaus ähnlich – immer etwas ungezähmt. Auch bei uns geht es darum, gestalterische Konventionen zu hinterfragen und Regeln nicht als etwas Starres zu begreifen, sondern als Ausgangspunkt, um sie neu zu denken oder bewusst zu brechen.
Als Sie und Christa Bösch das erste Mal das Desigual-Archiv betreten haben: Was ist Ihnen direkt ins Auge gesprungen? An welchen Schätzen sind Sie hängen geblieben?
Als wir das Desigual-Archiv zum ersten Mal betreten haben, ist natürlich sehr viel auf uns eingeprasselt. Aber man entwickelt mit der Zeit ein bestimmtes Auge dafür, was einen direkt anspricht. Besonders hängen geblieben sind wir an den älteren Teilen, die viel mehr Handwerk und Verarbeitung zeigen. Das ist etwas, das generell in der Mode interessant ist: Die Herstellung von Kleidung hat sich in den letzten 20 bis 30 Jahren stark verändert. Die älteren Stücke im Archiv waren oft unglaublich reichhaltig gearbeitet – mit mehreren Ebenen: einem Print, darüber eine Ausschmückung, dann noch eine Stickerei, eine Häkelarbeit oder ein Siebdruck.
Diese verschiedenen Handwerkstechniken in Kombination verleihen einem Kleidungsstück eine besondere Tiefe und einen zusätzlichen Wert. Diese Pieces wirken fast wie kleine Kunstwerke, weil sie so lebendig und vielschichtig sind. Genau diese Idee wollten wir auch für unsere eigene Arbeit mit dem Archiv aufgreifen: verschiedene Techniken miteinander zu verbinden und diese besondere Art der Verarbeitung weiterzudenken.
Das Thema Mustermix ist sowohl bei Ottolinger als auch in der Geschichte von Desigual ein prägendes Stilmittel. Können Sie uns etwas über die verschiedenen Musterentscheidungen erzählen, die sich in der Kollektion wiederfinden?
Das Interessante war, dass wir die Stücke zunächst nach unserem Gefühl ausgewählt haben und dachten: Mit diesen Elementen würden wir gern weiterarbeiten. Dann haben wir erfahren, dass viele der ursprünglichen Prints gar nicht mehr existieren. Sie wurden damals analog erstellt, und die Person, die sie gezeichnet hatte, arbeitet inzwischen nicht mehr bei Desigual. Mit ihrem Weggang sind auch viele dieser Originalzeichnungen verschwunden. Das fanden wir einerseits schade, andererseits erzählt es auch viel über die Arbeitsweise bei Desigual: Es war immer ein sehr lebendiger, intuitiver und vielleicht auch etwas unorganisierter Prozess, der viel Freude und Spontaneität hatte. Um diese Elemente wieder nutzbar zu machen, haben wir kleine Ausschnitte der Kleidungsstücke genommen, eingescannt und die alten Prints eins zu eins digital neu gezeichnet. Dadurch konnten wir gewissermaßen einen Teil dieses Archivs digitalisieren und wieder zugänglich machen.
Welche Archivstücke von Desigual haben Ihnen dabei als Inspirationsquelle gedient?
Besonders spannend fanden wir die weiblich gelesenen Silhouetten und die Schriftzüge, die auf den Kleidungsstücken zu sehen waren. Diese Motive waren ursprünglich direkt auf Jerseystoffen eingesetzt. Die damaligen Kleider waren oft sogar innen und außen bedruckt – etwas, das aus Kostengründen heute kaum noch gemacht wird. Wenn ein solches Kleidungsstück im Raum hing, sah man außen die Muster und beim Blick ins Innere noch einmal eine Frauensilhouette oder einen Text. Es war sehr detailreich und fast wie eine kleine Welt für sich.
Diese Elemente erzählen auch viel über die Zeit, aus der sie stammen. Die Silhouetten erinnern an das Lebensgefühl von Ibiza, an die Pop-up-Stores, Raves und die Club- und Subkultur der damaligen Zeit. Es ging also nicht nur um Blumen oder dekorative Muster, sondern auch um eine bestimmte Haltung und ein Lebensgefühl. Genau diese Mischung aus Mustern, Körpern, Texten und kulturellen Referenzen fanden wir spannend und wollten sie wieder aufgreifen.
Sie haben als Independent-Label eine starke Community und eine unverwechselbare Designsprache aufgebaut, die auch für große Modeunternehmen spannend ist. Welche Werte und Qualitäten sind Ihnen bei der Auswahl der Kooperationspartner besonders wichtig?
Ich glaube, es geht vor allem um eine gemeinsame Haltung und Ideologie. Für uns bedeutet das, dass man sich erlaubt, bestimmte Regeln zu brechen und daraus etwas Neues entstehen zu lassen. Es geht darum, den Mut zu haben, Dinge, die der Kooperationspartner mitbringt, anders zu machen – und dadurch eine neue Form von Freiheit zu schaffen. Das ist etwas, wofür Ottolinger steht, und wir sehen diese Haltung auch in Teilen bei Desigual wieder: Dinge nach den eigenen Regeln zu machen. Genau das fanden wir spannend an der Zusammenarbeit.
Es ist nicht immer alles perfekt oder sofort logisch nachvollziehbar, aber es gibt eine besondere Energie und Lebensfreude darin. Gerade heute ist diese Art von Energie wieder wichtig. Es geht nicht darum, die Realität schöner zu reden, als sie ist, sondern darum, etwas Positives entgegenzusetzen – eine Art Umarmung, die auch laut und sichtbar sein darf. Für uns bedeutet Design auch, das Leben zu feiern und diese Haltung weiterzugeben.
Wozu sagen Sie auch mal Nein?
Wir sagen vor allem dann Nein, wenn eine Zusammenarbeit eigentlich gar keinen wirklichen Raum für unsere eigene Gestaltung lässt. Es kommt manchmal vor, dass jemand auf uns zukommt und von einer Kollaboration spricht, aber gleichzeitig schon einen komplett fertigen Plan vorlegt: Das Produkt steht fest, die Umsetzung ist definiert, und eigentlich müssten wir nur noch unterschreiben. In solchen Fällen fragen wir uns: Warum wurden wir überhaupt angefragt?
Denn für uns geht es bei einer Kollaboration darum, gemeinsam etwas zu entwickeln und unsere Perspektive einzubringen. Wir werden ja gerade wegen unseres Geschmacks, unserer Haltung und unserer Art, zu denken, angefragt. Uns interessiert der Prozess des gemeinsamen Ausprobierens – wie man gezielt aus einer Idee ausbrechen und etwas Unerwartetes entstehen lassen kann, das trotzdem funktioniert und Spaß macht. Wenn dieser kreative Austausch fehlt, dann macht eine Zusammenarbeit für uns keinen Sinn.
Die Kollektion ist ab sofort auf desigual.com und in ausgewählten Desigual-Filialen erhältlich.
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