Немецкий Общество
09.09.2026 Читать источник
Умер канадский корреспондент Герд Браун, работавший для «Тагесспильгеля» почти 30 лет

Семидесятилетний журналист Герд Браун скончался, посвятив три десятилетия освещению жизни Канады, Арктики и проблем коренных народов. Его глубокая экспертиза и личные связи с регионом высоко оценили коллеги и дипломатическая миссия страны в Берлине.
Перевод ИИ
Текст статьи доступен на языке оригинала.
Нажмите кнопку «Перевести статью» выше, чтобы сгенерировать перевод с помощью ИИ.
Оригинальный контент
Der Tagesspiegel trauert um Kanada-Korrespondenten Gerd Braune: „Sein Leben endete bei etwas, das er liebte“
Der Tagesspiegel trauert um Kanada-Korrespondenten Gerd Braune: „Sein Leben endete bei etwas, das er liebte“
Fast 30 Jahre lang berichtete Gerd Braune für deutschsprachige Zeitungen aus Kanada, auch für den Tagesspiegel. Jetzt ist er unerwartet mit 72 Jahren gestorben.
Von Lars von Törne
Stand: Sie nutzen Google? Sie können sich Artikel des Tagesspiegels in der Google-Suche
nun bevorzugt anzeigen lassen. Mehr erfahren oder direkt aktivieren.
Er wollte den Dingen auf den Grund gehen – je tiefer, desto besser. Bei Gerd Braune war das nicht nur eine Metapher für seine journalistische Neugier, sondern ganz wörtlich gemeint. Zu den wichtigsten Terminen in seinem Kalender gehörte jedes Frühjahr die Bergbau- und Mineralien-Messe PDAC in Toronto, eine der weltweit bedeutendsten Fachveranstaltungen ihrer Art.
Hier konnte er sich mit Fachleuten stundenlang über die Themen austauschen, die ihm am Herzen lagen. Dazu gehörten der verantwortungsvolle Umgang mit Ressourcen, die Entwicklung der Arktis und anderer unzugänglicher Regionen Kanadas, die Folgen des Klimawandels sowie die Lebenswirklichkeit der indigenen Völker Kanadas, deren Vertreterinnen und Vertretern er sich besonders verbunden fühlte.
Über diese und viele andere Themen berichtete Gerd Braune seit 1997 als Korrespondent aus Ottawa für mehrere deutschsprachige Zeitungen, seit vielen Jahren auch für den Tagesspiegel. Am 4. September ist er unerwartet mit 72 Jahren gestorben, wie seine Familie jetzt mitteilte.
„Sein Leben endete bei etwas, das er liebte“, heißt es in der Mitteilung. Gerd Braune und seine Frau Ute waren mit kanadischen Freunden zu einer einwöchigen Radtour entlang der Altmühl und weiter nach Regensburg aufgebrochen. „Für ihn war es seine letzte Reise, die nach nur wenigen Kilometern endete, als er wohl wegen eines Herzinfarktes ins Schlingern kam und schwer stürzte.“ Kurz darauf wurde sein Tod festgestellt.
Mit seinem wachen, klugen und einfühlsamen Blick hat er unseren Leserinnen und Lesern die besondere Vielfalt Kanadas nahegebracht: die Lebenswirklichkeit der indigenen Bevölkerung ebenso wie das besondere Wesen der Kanadier, das sich oft erst jenseits der täglichen Schlagzeilen erschließt.
Anja Wehler-Schöck, Mitglied der Chefredaktion des Tagesspiegels
„Er war voller Leben und Liebe für seine Freunde und Freundinnen, seine Arbeit als Journalist und Korrespondent in Kanada, für uns als Familie“, schreibt seine Familie. „Er war ein wunderbarer Partner fürs Leben, Vater, Opa, Bruder, Onkel, Familienmensch, Freund und Kollege.“
Wie sehr seine journalistische Arbeit von Leidenschaft für seine Themen geprägt war, zeigte sich auch in zahlreichen beruflichen und privaten Begegnungen mit dem Autor dieses Nachrufs, der abwechselnd in Kanada und Deutschland arbeitet. Dass Gerd Braune vor knapp 30 Jahren überhaupt den Schritt machte, seinen Job als angestellter Redakteur aufzugeben und in Kanada den beruflichen Neuanfang zu wagen, war für ihn auch eine Rückkehr zu seinen Wurzeln.
Vom angestellten Redakteur zum freien Korrespondenten
Gerd Braune wurde 1954 in Toronto geboren und wuchs in Deutschland auf. Er studierte in Trier Politik und Rechtswissenschaft. Danach arbeitete er für die Nachrichtenagentur Associated Press (AP), unter anderem als Landeskorrespondent für Hessen und Rheinland-Pfalz. Von 1992 bis 1997 war er Nachrichtenredakteur bei der „Frankfurter Rundschau“.
1997 unternahm er dann den Schritt in die Selbstständigkeit und zog mit seiner Frau und den beiden gemeinsamen Kindern nach Ottawa. Fortan berichtete er von dort als freier Korrespondent „über das riesige Land Kanada, das viele Europäer als Paradies sehen, das aber kaum jemand kennt“, wie es in seinem Profil beim Korrespondentennetzwerk Weltreporter heißt, dem Braune angehörte.
Mit seinen Berichten über den Multikulturalismus und die Einwanderungspolitik, den Rohstoffreichtum, die Kontroversen um den Ölsand in Alberta, die Robbenjagd an der Ostküste, die National Hockey League und die indigenen Völker Kanadas habe er sich gegen überkommene europäische „Karl-May-Klischees“ gewandt.
Die Einsamkeit und die nur vom Wind unterbrochene Stille faszinierten mich.
Gerd Braune über die Arktis
Eine besonders enge Beziehung verband ihn mit der Arktis. Diese raue, unzugängliche Region hat Gerd Braune immer wieder besucht. „So weit ich blicken konnte, war nichts zu sehen, was darauf schließen ließ, dass hier jemals Menschen waren“, schrieb er 1996 über seinen ersten Besuch auf der Baffininsel in Nunavut im Norden Kanadas. „Die Einsamkeit und die nur vom Wind unterbrochene Stille faszinierten mich.“
Immer wieder zog es ihn hierhin: Er durchfuhr mit einem Eisbrecher einen Teil der Nordwestpassage, besuchte Eisenerzlager und verbrachte viel Zeit in den Nordwest-Territorien, im Yukon und in Alaska. Viele seiner Erlebnisse und Recherchen hat er in dem Buch „Die Arktis – Porträt einer Weltregion“ zusammengefasst. Die Arktis ist heute kein Randthema mehr“, schrieb er auf seinem Blog arctic-report.net über diese Region, die in jüngster Zeit politisch und wirtschaftlich sehr an Relevanz gewonnen hat. „Sie ist in den Mittelpunkt vielfältiger Interessen gerückt.“
Seine Verbundenheit mit der Region zeigte sich auch in seiner privaten Kunstsammlung: Sein Haus in Ottawa war voller indigener Skulpturen und anderer Kunstwerke. Von hier aus hatte es Gerd Braune nicht weit zum Rideau-Kanal, der im Winter zu einer der längsten Schlittschuhbahnen der Welt wird. Hier konnte man dann auch Gerd Braune mit seiner Familie begegnen.
Analytische Weitsicht und Humor
Auch die Situation der indigenen Völker Kanadas beschäftigte ihn sehr. Sie leiden bis heute unter den Folgen der Kolonisierung und einer jahrzehntelangen staatlichen Assimilationspolitik. In seinem Buch „Indigene Völker in Kanada – Der schwere Weg zur Verständigung“ schilderte Braune auf Grundlage zahlreicher persönlicher Begegnungen ihre Geschichte und die Herausforderungen der Gegenwart.
Wer sich mit Gerd Braune über das Leben in Kanada und das zunehmend angespannte Verhältnis zu den USA unterhielt, erlebte neben seiner analytischen Weitsicht auch seinen Humor. Er sprach ernsthaft, nachdenklich und kenntnisreich über aktuelle Themen. Doch immer wieder blitzte in seinem Gesicht mit dem markanten Schnauzbart ein verschmitztes Lächeln auf, und es folgte eine witzige oder ironische Bemerkung, die dem Thema etwas von seiner Schwere nahm.
In Ottawa gut vernetzt
In Ottawa war Gerd Braune lange einer der besonders gut vernetzten ausländischen Korrespondenten und Mitglied der kanadischen Parliamentary Press Gallery. Dass der Tagesspiegel in den vergangenen Jahren mehrfach exklusive Interviews mit dem bis 2025 amtierenden kanadischen Premierminister Justin Trudeau zur aktuellen Weltlage veröffentlichen konnte, war auch Gerd Braunes guten Kontakten und seiner Beharrlichkeit zu verdanken.
„Mit großer Erschütterung haben wir beim Tagesspiegel vom plötzlichen Tod unseres langjährigen Kanada-Korrespondenten Gerd Braune erfahren“, sagt Anja Wehler-Schöck, Mitglied der Chefredaktion des Tagesspiegels. „Unsere tiefste Anteilnahme gilt seiner Frau und seiner Familie.“
Mit seinem wachen und einfühlsamen Blick habe Braune den Leserinnen und Lesern des Tagesspiegels die Vielfalt Kanadas nahegebracht – die Lebenswirklichkeit der indigenen Bevölkerung ebenso wie die politischen und gesellschaftlichen Besonderheiten des Landes. „Gerade in einer Zeit, in der Kanada angesichts der Konfrontation mit der Trump-Administration und auf der Weltbühne als Stimme westlicher Werte an Bedeutung gewinnt, wird uns seine kenntnisreiche und menschliche Berichterstattung besonders fehlen.“
Auch in der Botschaft von Kanada in Berlin wurde die Nachricht vom plötzlichen Tod von Gerd Braune mit Bestürzung aufgenommen. „In den letzten 30 Jahren war Gerd Braune für eine ganze Generation von Leserinnen und Lesern die deutsche Stimme aus Ottawa“, sagt Thilo Lenz, Pressereferent der diplomatischen Vertretung. „Als Korrespondent für eine Vielzahl von Zeitungen war er derjenige, der detaillierte Perspektiven aus Kanada in den deutschsprachigen Raum brachte.“ In mehreren Büchern über Kanada habe Braune tiefgehende Analysen geliefert, „die im täglichen Nachrichtengeschehen oft zu kurz kommen“.
In dieser Woche nehmen die Familie von Gerd Braune und seine Freundinnen und Freunde in Deutschland bei einer Trauerfeier von ihm Abschied. Die Beerdigung soll dann zu einem späteren Zeitpunkt in Ottawa stattfinden.
Zur Startseite
showPaywall: false
isSubscriber: false
isPaid: false
Аналитика ИИ и парсинга
Технические детали обнаружения, сопоставления и связывания статьи
Поисковый запрос
«Герд Браун умер канадский корреспондент»
Запрос, сгенерированный ИИ для поиска статьи в веб-источниках
Связанные результаты поиска
Apr 3, 2026 · Смерть признали естественной. При этом тело музыканта обнаружили только спустя полгода — 13 сентября 2025 года в его квартире в Нью-Йорке.