Немецкий Политика
14.08.2026 Читать источник
В лесу под Химельпфортом хранились сотни советских ядерных боеголовок для НВА ГДР

В бранденбургском лесу располагалось секретное советское спецвооруженное хранилище, где до 1990 года хранились ядерные боеголовки для ракетных войск ГДР. После вывода советских войск в 1990 году объект был передан Германии, а сегодня большая часть территории восстановлена природой, сохранив лишь два закрытых бункера.
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Geschichte
Das DDR-Geheimnis im Wald: Dort lagerten hunderte Atomwaffen für den Ernstfall
Himmelpfort/Lychen • Lesedauer: 5 min.
Himmelpfort ist vielen als Weihnachtsort bekannt. Jedes Jahr landen dort Wunschzettel, Kinderbriefe und Postkarten mit Hoffnungen auf Puppen, Fahrräder oder ferngesteuerte Autos. Nur wenige Kilometer entfernt lag zu DDR-Zeiten jedoch ein Ort, der mit Weihnachtspost nichts zu tun hatte: das Sonderwaffenlager Himmelpfort, auch Lychen II genannt.
Mitten in der Himmelpforter Heide wurden ab 1967 keine Geschenke sortiert, sondern Atomwaffen für den Ernstfall gelagert. Genauer gesagt handelte es sich um nukleare Gefechtsköpfe, also Sprengköpfe für Raketen. Die Anlage gehörte zu den geheimsten Militärstandorten der sowjetischen Streitkräfte in der DDR. In Unterlagen tauchten Tarnnamen wie „Fichte“, „Objekt 4001 Nord“, „EPS-7“ oder „Totschka“ auf. Der wahre Zweck sollte verborgen bleiben.
Warum die Bunker gebaut wurden
Der Bau des Lagers hing eng mit der Militärplanung des Warschauer Paktes zusammen. Die Nationale Volksarmee der DDR besaß offiziell keine eigenen Atomwaffen. Im Kriegsfall aber sollten ihre Raketentruppen sowjetische Sprengköpfe erhalten. Dafür brauchte es Lager, die nah genug an möglichen Einsatzräumen lagen und zugleich streng bewacht waren.
Die DDR und die Sowjetunion vereinbarten in den 1960er-Jahren den Bau solcher Sonderwaffenlager. Himmelpfort war für den nördlichen Bereich vorgesehen, das baugleiche Lager Stolzenhain für den Süden der DDR. Dieses Schwesterlager lag in Südbrandenburg, unweit von Jüterbog. Gebaut wurde nach sowjetischen Plänen, bezahlt und errichtet aber weitgehend von DDR-Seite. Am Bau beteiligt waren unter anderem Kräfte des NVA-Baupionierbataillons aus Prenzlau.
Warum dieser Wald ausgewählt wurde
Die Wahl des Standorts war kein Zufall. Wichtig waren gute Verkehrswege, die Nähe zu militärischen Übungsräumen und ein Gelände, das sich gut abschirmen ließ. Der Wald zwischen Himmelpfort und Lychen bot Deckung, Abstand zu größeren Orten und genug Platz für Wohngebäude, Kasernen, Werkstätten und die eigentliche Lagerzone.
Ende 1968 wurde die Anlage an die sowjetischen Streitkräfte übergeben. Von da an hatten deutsche Stellen praktisch keinen Zugang mehr zum wichtigsten Bereich. Rechtlich blieb das Gelände zwar DDR-Eigentum, die Nutzung und Kontrolle lagen jedoch beim sowjetischen Militär. Zuständig war die 12. Hauptverwaltung des Verteidigungsministeriums der UdSSR. Anders als lange erzählt wurde, war also nicht der KGB für das Lager verantwortlich.
So war das Lager aufgebaut
Das Lager war in mehrere Bereiche geteilt. Es gab Wohnhäuser, Unterkünfte, Garagen, ein Heizhaus, Wachanlagen und einen technischen Bereich. Der Kern lag weiter hinten im Gelände: zwei massive Lagerbunker, die versetzt zueinander gebaut wurden. Diese Anordnung sollte verhindern, dass bei einer Druckwelle beide Bunkereingänge gleichzeitig beschädigt werden.
Jeder Bunker war ein Spezialbau aus Stahlbeton. Die Gefechtsköpfe wurden in speziellen Lager- und Transportbehältern aufbewahrt und in den Lagerkammern gesichert. Temperatur und Luftfeuchtigkeit mussten kontrolliert werden. Dafür gab es Klimaanlagen, Luftfilter, Notstromtechnik und zahlreiche Nebenräume.
Schwere Tore und gleichmäßiges Klima
Die Bunker hatten schwere Tore, die gegen Druckwellen schützen sollten. Über Ladebereiche und Hallen konnten die Behälter in die Lagerkammern gebracht werden. In den Quellen schwanken die Angaben dazu, wie viele Sprengköpfe dort Platz hatten. Genannt werden etwa 140 bis knapp 200, teils auch höhere rechnerische Werte. Sicher ist: Himmelpfort war kein kleiner Außenposten, sondern eines der zentralen Atomwaffenlager auf dem Gebiet der DDR.
Die Sprengköpfe waren für Raketensysteme vorgesehen, die auf dem Gefechtsfeld oder über größere Entfernungen eingesetzt worden wären. Die NVA hätte diese Waffen aber nicht selbst aus dem Lager holen dürfen. Im Ernstfall wäre die Übergabe außerhalb der Anlage erfolgt, weiter unter sowjetischer Kontrolle und erst nach einer politischen Freigabe aus Moskau.
Kein Zugriff für die NVA
Der Schutz des Lagers war entsprechend streng. Die besonders gesicherte Zone war von Zäunen, Schutzstreifen, Signalanlagen und Wachposten umgeben. Es gab Beobachtungsbunker und verdeckte Wege. Selbst innerhalb der sowjetischen Streitkräfte durfte nicht jeder in die Nähe der Lagerbereiche. Wer dort hineinwollte, brauchte eine klare Aufgabe und die passende Freigabe.
Für die Menschen in der Region blieb das Objekt jahrzehntelang ein weißer Fleck im Wald. Militärverkehr war zwar zu sehen, doch der genaue Auftrag der Anlage blieb verborgen. Viele Einzelheiten wurden erst nach 1990 Schritt für Schritt zusammengetragen – aus Akten, Berichten von Zeitzeugen, Begehungen und militärhistorischer Forschung.
Der Abzug vor der Übergabe
Mit der deutschen Wiedervereinigung endete die Geschichte des Lagers. 1990 zog die Sowjetunion die Atomwaffen ab. Als deutsche Stellen später Zugang erhielten, war die Anlage weitgehend leergeräumt. Technische Geräte, Unterlagen und Hinweise auf die Abläufe waren entfernt oder überstrichen worden. Die Übergabe an deutsche Behörden erfolgte Ende 1990.
Danach begann eine lange Zeit des Verfalls. Das Gelände kam später zum Land Brandenburg und schließlich zum Landkreis Oberhavel. Ab 2010 wurde der frühere Militärstandort renaturiert. Viele Gebäude wurden abgerissen, Betonflächen entfernt und belastete Bereiche beseitigt. Erhalten blieben vor allem die beiden Lagerbunker. Ihre Zugänge sind heute verschlossen.
Eine Stele überlebte den Rückbau
Ein ungewöhnliches Relikt des früheren Militärstandorts stand einst am Eingang der Anlage: eine große Leninstele der Sowjetarmee. Auf der Vorderseite zeigt sie ein Seitenbild Lenins, auf der Rückseite ein sowjetisches Wappen. Unter dem Wappen steht die Zahl 50. Wahrscheinlich erinnert sie an den 50. Jahrestag der Gründung der Sowjetunion im Jahr 1972.
Die Stele ist rund drei Tonnen schwer und bis zu 6,20 Meter hoch. In ihr wurden Eisenbahnschienen verbaut. Dank einer privaten Initiative wurde sie während des Rückbaus nicht zerstört, sondern gesichert. Zunächst lagerte sie mehrere Jahre im Ziegeleipark Mildenberg. 2019 kam sie nach Berlin zum Museum in Karlshorst. Dort liegt sie hinter dem Museumsgebäude. Möglich ist, dass sie künftig im Garten als Relikt der sowjetischen Militärpräsenz in Deutschland ausgestellt wird.
Sonderwaffenlager Himmelpfort
Name Sonderwaffenlager Himmelpfort, auch Lychen II
Weitere Bezeichnungen Objekt 4001 Nord, Fichte, EPS-7, Totschka
Lage Himmelpforter Heide bei Fürstenberg/Havel, nahe Lychen
Funktion Lager für nukleare Gefechtsköpfe der sowjetischen Streitkräfte
Bauzeit 1967 bis 1968
Übergabe an die Sowjetunion Ende 1968
Betreiber Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland
Zuständig 12. Hauptverwaltung des Verteidigungsministeriums der UdSSR
Vorgesehene Nutzung Ausgabe nuklearer Gefechtsköpfe an Raketentruppen im Kriegsfall
Bunkeranlagen zwei massive Lagerbunker mit jeweils vier Lagerkammern
Wichtig zu wissen Die NVA besaß keine eigenen Atomwaffen, sollte im Ernstfall aber sowjetische Sprengköpfe erhalten.
Schwesterlager Stolzenhain in Südbrandenburg, nahe Jüterbog
Räumung 1990, kurz vor beziehungsweise während der deutschen Wiedervereinigung
Heutiger Zustand Gelände weitgehend der Natur zurückgegeben, viele Gebäude abgerissen, Bunker verschlossen
Leninstele Seit 2019 beim Museum Berlin-Karlshorst eingelagert
Was vom Lager geblieben ist
Heute wächst über viele Flächen wieder Wald. Wo einst Wohngebäude, Garagen und Wachbereiche standen, sind junge Bäume zu sehen. Die meisten oberirdischen Spuren des Lagers sind verschwunden. Die beiden Bunker aber blieben erhalten, verschlossen und gesichert.
Sie erinnern an eine Zeit, in der ein brandenburgischer Weihnachtsort zugleich Teil der Atomwaffenplanung im Kalten Krieg war. Zwischen Wunschzetteln und Sprengköpfen lagen nur wenige Kilometer. Der eine Ort steht bis heute für Kinderpost und Adventszeit, der andere für Geheimhaltung, Militär und Beton.
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