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16.07.2026 Читать источник
83-летний председатель ассоциации мельниц в Нидердорфельдене уходит в отставку
Вилфрид Шнайдер передал руководство 25-летнему фонду поддержки исторической мельницы новому председателю, отметив, что восстановление здания стало его главным достижением. Несмотря на прекращение активной работы в организации, ветеран останется в регионе и продолжит участвовать в местных мероприятиях.
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25 Jahre Ölmühlen-Förderer: Wilfried Schneider tritt kürzer
Uns auf Google folgenWilfried Schneider zieht sich mit 83 Jahren vom Vorsitz des Ölmühlenvereins zurück. Seine Unterstützung haben die Nachfolger sicher.
Niederdorfelden – Es ist dieser Tage einer der wenigen kühlen Orte in der Region: die idyllisch gelegene Ölmühle in Niederdorfelden mitten im Grünen. Wir treffen Wilfried Schneider im ersten Stock zum Feriengespräch. Durch das geöffnete Fenster rauscht im Hintergrund das Wasser im Mühlgraben. Der ehemalige Bürgermeister des Ortes lebt zwar seit 19 Jahren in Hanau, doch ist er Niederdorfelden nicht zuletzt durch sein Engagement als Vorsitzender des Fördervereins Ölmühle verbunden geblieben. Vor Kurzem hat der 83-Jährige das Amt an Karl Markloff abgegeben. „Das Jubiläum zum 25-jährigen Bestehen war ein guter Anlass, mich in die zweite Reihe zurückzuziehen“, sagt Schneider. Der Weg nach Niederdorfelden sei ihm zuletzt immer mehr zur Last geworden, sagt der aktive Rentner, der in Hanau noch das Amt des Ortsvorstehers für die Innenstadt bekleidet.
Schneider wurde 1943 im damals noch eigenständigen Bergen-Enkheim geboren. Politisch geprägt wurde er schon in jungen Jahren: Sein Großvater gehörte 1891 zu den Mitbegründern der SPD vor Ort. Er selbst trat der Partei 1961 bei. Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits eine Ausbildung zum Verwaltungsbeamten abgeschlossen und begann seine Tätigkeit in der Verwaltung von Bergen-Enkheim.
Die Gebietsreform von 1977 brachte für Schneider einen einschneidenden Wandel mit sich. Bergen-Enkheim, bis dahin Teil des Kreises Hanau, wurde nach Frankfurt eingemeindet. Für den Verwaltungsbeamten zeichnete sich dadurch eine Entwicklung ab, die er für seine berufliche Zukunft als wenig attraktiv empfand. Als ihm 1982 ein nach Niederdorfelden gezogener Bekannter berichtete, dass der dortige Bürgermeister Jakob Burkhardt (SPD) in den Ruhestand gehen werde, ergriff Schneider die Gelegenheit.
Er bewarb sich bei der örtlichen SPD und erhielt deren Unterstützung. Im April 1982 wählten ihn die Gemeindevertreter zum neuen Rathauschef. Dieses Amt bekleidete er insgesamt 24 Jahre lang. Eines seiner prägendsten Projekte war die „Wiederentdeckung“ der Ölmühle, heute eines der wichtigsten Wahrzeichen der kleinen Niddergemeinde. Das Gebäude datiert auf das Jahr 1799 und ist in dieser Form kaum noch zu finden. „Ich kann mich noch gut an den Tag erinnern, als zwei Männer zu mir aufs Rathaus kamen. Der Bad Vilbeler Architekt Erich Seipp und Karl-Heinrich Schanz vom Hessischen Landesverein zur Erhaltung und Nutzung von Mühlen. ‚Wissen Sie eigentlich, dass Sie hier ein sehr schönes Kleinod im Ort haben?‘, fragten sie mich“, berichtet Wilfried Schneider. Damit brachten sie einen Stein ins Rollen. Das kleine, stark beschädigte Fachwerkgebäude, am Rande der Hofreite der Müllersfamilie Britz führte damals ein Schattendasein.
Von der „Ruine“ zum Wahrzeichen
Das sollte sich ändern. Im September 2001 wurde der Förderverein Ölmühle Niederdorfelden gegründet, der heute rund 100 Mitglieder zählt. Schneider übernahm den Vorsitz. Es gab viel zu tun. Mit dem Besitzer des Mühlengeländes wurde ein Pachtvertrag geschlossen. „Im Inneren stapelte sich alles, was in einem landwirtschaftlichen Betrieb über Generationen hinweg vorübergehend entbehrlich war und aufgehoben werden sollte. Bis unter das löchrige Dach“, erzählt Schneider. Die Mitglieder des Vereins leisteten ganze Arbeit, richteten die Mühle in unzähligen Stunden wieder her. Sie ist für die Öffentlichkeit heute wieder zugänglich. In die Sanierung flossen 180.000 Euro an Fördermitteln vom Land Hessen, dem Main-Kinzig-Kreis und der Gemeinde. „Ich hatte eine Truppe von fünf bis sechs Leuten, die extrem engagiert waren. So hat es immer Spaß gemacht“, sagt Schneider. Menschen zusammenzubringen und zu zeigen, wie man in Niederdorfelden früher gelebt hat, waren für ihn die Motivation.
Zwei wichtige Ziele konnten zwar nicht erreicht werden: Fließwasser zum Antrieb des Mahlwerks zu bekommen und Öl aus heimischen Früchten zu produzieren. Was aber gelang: Aus dem baufälligen Fachwerkhäuschen wurde ein lehrreiches Schmuckstück. Ein Modell der Ölmühlentechnik veranschaulicht, wie früher alles funktioniert hat. „Das Gebäude wird im Ort als Wahrzeichen angesehen“, sagt Schneider erfreut. Traditionell ist die Mühle, die unter Denkmalschutz steht, zweimal im Jahr geöffnet: am Mühlentag an Pfingstmontag und am Tag des offenen Denkmals im September. Einmal im Monat findet ein Stammtisch statt, der für Interessierte offen ist. Zudem öffnet die Mühle auf Anfrage für Besuchergruppen.
„Einen Schreckmoment gab es, als die Besitzerfamilie das Gelände Ende 2023 verkauft hat. Hier stecken viel Herzblut und ganz viel Arbeit drin. Zum Glück haben wir mit den neuen Eigentümern ein sehr gutes Einvernehmen gefunden“, so Schneider erleichtert. Der Pachtvertrag wurde fortgeführt. Auch wenn er bei der Ölmühle nicht mehr in der Verantwortung steht, Niederdorfelden will er treu bleiben und sich regelmäßig bei Veranstaltungen sehen lassen. „Mit mir sind einige Vorstandsmitglieder ausgeschieden. Doch wir haben gesagt: Wenn ihr uns braucht, sind wird da.“
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